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Thema: Tierschutz auf La Gomera

  1. #1
    Avatar von jms
    59 Jahre alt
    aus Schwetzingen
    10 Beiträge seit 06/2007

    Tierschutz auf La Gomera

    Wie ist es auf La Gomera um den Tierschutz bestellt?

    Ich hab mal im Gebüsch eine Ziegenhütte gefunden. Das arme Tier konnte kaum aufrecht stehen und hatte keinen Platz. Es hat sich sehr über mich gefreut, denn es hatte sonst wohl überhaupt keine Kontakte, es konnte nicht mal irgendwo hinkucken. Ich war ziemlich geschockt, wusste dann aber auch nicht, was tun? Ich hatte überlegt, sie einfach rauszulassen, hab's dann aber nicht getan.

    Was tun in solchen Fällen?
    Welche Tierheime sind bekannt?
    An wen kann man sich wenden?

  2. Nach oben    #2
    Es ist schwer, auf diese Frage pauschal zu antworten. Weisst Du wie lange die Ziege da pro Tag ist? Wie lange eine Ziege aufrecht stehen sollte oder sich bewegen sollte? Wie viel Kontakt eine Ziege braucht um glücklich zu sein (da wird es schnell grundsätzlich: Kann eine Ziege Emotionen empfinden und wie ähnlich sind diese dem, was wir unter Emotionen verstehen?). Oft erinnern uns die Tiere an unsere eigenen Gefühle von Verlassenheit im Leben und das tut dann weh.
    Wenn man solche Tiere sieht, sollte man sie auf keinen Fall losbinden, rauslassen, füttern oder sonstwas machen! Wenn es ganz schlimm ist, entweder den Besitzer,den Tierarzt benachrichtigen oder die Polizei. Ein freigelassener Schafsbock zum Beispiel tötet Lämmer. Tiere auf dieser Insel sind Nutztiere, und manchmal hat es Sinn und ist "tiergerecht" und nicht "menschgerecht" auch wenn man das so als Nichttierkenner nicht erkennt.


  3. Nach oben    #3
    Avatar von jms
    59 Jahre alt
    aus Schwetzingen
    10 Beiträge seit 06/2007
    Hast schon recht, aber ich finde, eine Ziege sollte wenigstens aufrecht stehen können.

  4. Nach oben    #4
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    65 Jahre alt
    aus Agulo
    5.530 Beiträge seit 12/2019
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    Tierheim auf La Gomera

    Die sechs Bürgermeister der Insel unterzeichneten heute in Hermigua eine Vereinbarung mit Pro Animal Gomera, die es ermöglicht, endlich ein Tierheim auf Gomera zu errichten.

    Seit 2003 gibt es auf La Gomera den Verein ProAnimal. Dieser kümmert sich um wild lebende oder kranke Katzen und Hunde, sucht ein Zuhause für diese Tiere oder führt Sterilisationen durch. Nun hat die Verwaltung dem Verein 60.000 Euro als Unterstützung zugesichert. 2021 sollen es sogar noch etwas mehr werden. Mehr Informationen hier: www.proanimalgomera.com
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  5. Fritzlore´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  6. Nach oben    #5

    957 Beiträge seit 04/2020
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    223
    Das Tierheim vom Pro Animal ist wohl nach dem letzten Welpenfund total überfüllt.
    Ein Wanderer fand in Laguna Grande einen Korb mit 14 (!) Hundewelpen.

    Jetzt werden ganz dringend Pflegestellen auf der Insel gesucht.

    Und weiterhin werden Flugpaten gesucht.
    Ab 20.09. nach Stuttgart, Frankfurt oder München.

  7. Nach oben    #6

    65 Jahre alt
    aus Stadt der Otto's
    824 Beiträge seit 12/2019
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    Das ist ja ein riesiger Wurf!

  8. Nach oben    #7
    Avatar von Crazy Horse
    aus Dülmen/ Münsterland/ Westfalen
    2.753 Beiträge seit 12/2019
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    Zitat Zitat von Meerkatze Beitrag anzeigen
    Das Tierheim vom Pro Animal ist wohl nach dem letzten Welpenfund total überfüllt.
    Ein Wanderer fand in Laguna Grande einen Korb mit 14 (!) Hundewelpen.

    Jetzt werden ganz dringend Pflegestellen auf der Insel gesucht.

    Und weiterhin werden Flugpaten gesucht.
    Ab 20.09. nach Stuttgart, Frankfurt oder München.
    Das erzähle ich mal besser nicht der Freundin meines Sohnes!
    Als engagierte Tierpflegerin in einem Tierheim reichte Ihr noch nicht ihre anstrengende und unterbezahlte Arbeit.
    Nein, es musste noch privat ein traumatisierter Straßenhund aus Griechenland und ein herzkranker (aber sehr süßer) Fiffi sein.

    zuguz 1029.jpg
    Elli aus Griechenland - eine liebe, traumhafte Hündin - aber Aufpasserin und Verteidigerin, die bei Gefahr ausrastet! Und Gefahr lauert stets!

    zuguz 1035.jpg
    Benchi - ein Knuddel, den jeder im Tierheim haben will. Nur gehört er dort nicht zu den abzugebenen Hunden.

    Sohn und Freundin kämen bestimmt nach La Gomera für die gute Tat ...
    ... es wäre aber unvernünftig für die beiden, sagt der Papa.

    Im vorletzten Winter auf La Gomera musste Benchi mehr für das Flugticket im Brustbeutel bezahlen als die Besitzerin (Condor)!

    Mit vielen Fluggesellschaften ist die Mitnahme erst gar nicht möglich (z.B. Ryanair)!

  9. Nach oben    #8
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    65 Jahre alt
    aus Agulo
    5.530 Beiträge seit 12/2019
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    8.485
    Das ist eine Katastrophe für die ehemaligen Helfer. Es sind jetzt viel zu viele Tiere.
    Die Anwohnern beschweren sich schon wegen dem Bellen.
    Die Helfer schlafen jetzt dort, um die Tiere zu beruhigen.
    Es werden dringend Adoptiveltern für die Tiere benötigt.

  10. Nach oben    #9

    aus Bayern
    3 Beiträge seit 05/2022
    Liebe Gomera-Gemeinschaft,

    ich war im April zum zweiten Mal auf der wunderschönen Insel La Gomera. Schon beim ersten Besuch hat mich diese Insel mit ihrem Charme und ihrer Herzlichkeit begeistert. Als begeisterte Wanderer waren mein Mann und ich wieder viel auf zwei Beinen unterwegs. Diesmal fielen mir jedoch viele traurige Vierbeiner auf, die ihr Leben an einer Eisenkette fristen und teilweise in einem erbärmlichen Zustand waren. Ich habe die Artikel über das Tierheim und die Spende an eine Tierschutzorganisation aus dem Jahre 2020 gelesen. Daher meine Frage: Gibt es über Geldspenden hinaus andere Möglichkeiten, hier aus der Ferne etwas zu tun?

    Die Fellnasen mit ihren traurigen Augen sind mir sehr im Gedächtnis geblieben.

    Viele Grüße aus Bayern
    Petramaria

  11. Nach oben    #10
    Avatar von Crazy Horse
    aus Dülmen/ Münsterland/ Westfalen
    2.753 Beiträge seit 12/2019
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    1.309
    Hallo Petramaria und willkommen im Forum!

    Wo war das denn?
    Kannst Du Dich erinnern und das mit Google Maps mal einkreisen?

  12. Nach oben    #11

    aus Bayern
    3 Beiträge seit 05/2022
    Wir sind von der Haltestelle Degollada De Peraza aus gestartet und zuerst nach El Cabrito und danach nach San Sebastian gelaufen. Die ersten Kettenhunde waren schon kurz nach Tagamiche alleine angehängt, die nächsten folgten. Am schlimmsten habe ich jedoch die beiden Hunde am Ortseingang von Ayamosna vor einem größeren Haus im Gedächtnis. Die Hündin sah krank und total ausgemergelt aus. Beide hingen vor der Hofeinfahrt draußen vor dem Tor und hatten als Unterkunft lediglich eine Betonröhre zur Verfügung. Ich versuche dir das Haus bei Google Maps einzugrenzen (siehe roter Pfeil).
    Ich habe selber Haustiere, darunter einen Hund und weiß, wie anhänglich und liebenswert Hunde sein können.
    Da blutet mir leider das Herz. Anscheinend ist die Kettenhaltung in Spanien noch erlaubt.

    Danke für deine Unterstützung!

    Viele Grüße
    Petramaria
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  13. Nach oben    #12
    Avatar von Crazy Horse
    aus Dülmen/ Münsterland/ Westfalen
    2.753 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    1.309
    Ich frug deshalb, weil mir so ein paar (sehr) wenige Orte bekannt sind, wo die "Fellnasen" kein schönes Leben friste(te)n.

    Bei Degollada läge La Laja nahe - aber da kann ich jetzt zum Glück nichts zu beitragen!

    In der Regel habe ich Gomeros als sehr tierfreundlich zu schätzen gelernt.

    Oh - Du hast ergänzt und präzisiert!

    Meintest Du den hier? Dank Google-Maps ist man ja gleich im Bilde!
    Das Foto ist allerdings schon mehr als ein halbes Hundeleben her, wenn der Verweis in Google stimmt!

    Hund in Ayamosna2.png Hund in Ayamosna.png

    Für mich ist das ein Wachhund, der nicht unsympathisch rüberkommt. Ich kann zum Zustand und den Haltungsbedingungen aber nicht viel sagen.

    In der Ecke kennen sich andere besser aus! Kunibert ist da doch beheimatet?

  14. Nach oben    #13
    Avatar von Wanderbär
    79 Jahre alt
    aus Im Süden des Nordens
    535 Beiträge seit 01/2020
    Danke
    256
    Nach dem Ausschnitt bei Google-Maps ist dies eindeutig dort, wo der GR 131 die Ortschaft Ayamosna passiert:

    IMG_7764.jpg
    Bei meiner am Beginn sehr nebulösen "Verlegenheitswanderung" 2014 waren dies die einzigen Lebewesen, an denen ich bei Ayamosna vorbeikam:

    IMG_7755.jpg

  15. Nach oben    #14

    63 Jahre alt
    aus dem Vogelsberg
    1.019 Beiträge seit 12/2019
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    160
    Da ist mir gleich am Ortseingang rechts ein Zwinger unangenehm aufgefallen, den man auch schon von weitem riechen konnte.
    ( November)

  16. Nach oben    #15
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    65 Jahre alt
    aus Agulo
    5.530 Beiträge seit 12/2019
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    Schweinefarm geschlossen

    Die Behörden haben gestern die Schließung einer Schweinefarm im Barranco de Santiago angeordnet. Offenbar gab es keine ordentliche Lizenz. Kot und Urin wurden unkontrolliert in dem angrenzenden Barranco entsorgt und bedrohten damit das Grundwasser. Auf der Farm lebten 60 stark unterernährte Schweine. Sie wurden beschlagnahmt. Tierärzten kümmern sich jetzt um sie.

    https://www.poderjudicial.es/cgpj/es...os-desnutridos

    So wie ich das verstanden habe ist das der erste Fall in Spanien, wo das neue Gesetz zum Tierwohl angewandt wird.
    Geändert von Gomeraforum (16.06.2022 um 16:11 Uhr) Grund: Originalquelle verlinkt

  17. Nach oben    #16

    aus Bayern
    3 Beiträge seit 05/2022
    Zitat Zitat von hartmut Beitrag anzeigen
    Da ist mir gleich am Ortseingang rechts ein Zwinger unangenehm aufgefallen, den man auch schon von weitem riechen konnte.
    Tatsächlich war das gleich dort, wo der Wanderweg am Ortseingang auf die Teerstraße trifft oder kurz dahinter. Es waren dort zwei Hunde an zwei Betonröhren festgekettet. Die Hündin hatte Probleme mit dem Fell und sah sehr abgemagert aus. Der zweite Hund sah eher ganz normal aus. Auf dem kurzen Stück von der Bushaltestelle Degollada de Peraza bis Ayamosna sind wir ungefähr an sechs Kettenhunden vorbei gekommen.

  18. Nach oben    #17
    Avatar von Crazy Horse
    aus Dülmen/ Münsterland/ Westfalen
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    Versöhnlich!

    Schaut mal bei 20:30 rein:

    https://www.youtube.com/watch?v=Kd_2lxmNqCc

  19. Nach oben    #18
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    65 Jahre alt
    aus Agulo
    5.530 Beiträge seit 12/2019
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    Das mit den Tieren ist hier zwiespältig. Es gibt einerseits die verhätschelten Haustiere und andererseits die Nutztiere und die, die man essen will. Die fristen dann ein Dasein in winzigen Ställen.
    Aber mal ehrlich: ist das in Deutschland etwa anders?
    Stichwort Massentierhaltung.
    Ich habe da als Vegetarierin eine ganz klare Haltung.

    Ein Beispiel aus unserer direkten Nachbarschaft:
    Da hält jemand Federvieh und Ziegen in sehr engen Ställen ohne Licht und Luft, zusammen gezittert aus alten Paletten und Wellblech. Die treten sich da gegenseitig auf die Füße. Andererseits läuft (!) der Eigentümer täglich 2 mal zwischen Hermigua und Agulo hin und her, um die Tiere mit Wasser und frischem Futter zu versorgen, das er teils selbst anbaut und teils in der Umgebung sammelt.
    Der Bock und eine Ziege stehen angepflockt draußen auf dem Feld. Der Bock, weil er die Ziegen drinnen sonst nicht in Ruhe lässt und die Ziege, weil sie sich angeblich mit denen drinnen nicht verträgt.
    Mit tun die Viecher drinnen so Leid, grade im Sommer muss es irre heiß sein in dem kleinen Stall. Aber was soll man machen? Er versorgt sie gut und ist der Meinung, dass sie sich drinnen sicherer und wohler fühlen als die zwei, die draußen stehen.
    Wer weiß, vielleicht hat er ja auch Recht. Ich weiß es nicht.

  20. Fritzlore´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  21. Nach oben    #19
    Avatar von Crazy Horse
    aus Dülmen/ Münsterland/ Westfalen
    2.753 Beiträge seit 12/2019
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    In den Nachkriegsjahren im Ruhrgebiet hatte fast jeder Bergmann seinen Karnickelstall hinterm Haus und die Ziege, die Kuh des Bergmanns daneben angepflockt.

    Wollen wir jetzt ernsthaft tausende Jahre der Domestizierung von Tieren durch den Menschen in Frage stellen?
    Uns gäbe es gar nicht, wenn das nicht stattgefunden hätte!

  22. Nach oben    #20
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    65 Jahre alt
    aus Agulo
    5.530 Beiträge seit 12/2019
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    Ich wollte damit auch nur sagen, dass das hier auch nicht so viel anders ist als in Deutschland.

  23. Nach oben    #21
    Avatar von Crazy Horse
    aus Dülmen/ Münsterland/ Westfalen
    2.753 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    1.309
    So habe ich es auch gemeint!

  24. Crazy Horse´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  25. Nach oben    #22
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    65 Jahre alt
    aus Agulo
    5.530 Beiträge seit 12/2019
    Danke
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    Wieder eine Farm geschlossen

    Der Gerichtshof von La Gomera teilte am Dienstag mit, dass eine angeblich illegale Tierfarm bei Vallehermoso geschlossen und versiegelt wurde. Grund waren mögliche Umweltverbrechen: Durch Urin, Kot und Tierkadaver wurde das Wassereinzugsgebiet im Barranco de Garabato verschmutzt.

    Schon im Dezember 2018 hatte man den Eigentümer bestraft, nachdem die Guardia Civil ihn 2016 nicht nur wegen der Entsorgung von Tierkadavern in den Barranco angezeigt hatte, sondern auch weil er Gülle direkt in das öffentliche Wassergebiet leitete.

    Außerdem existieren zwei Berichte der Guardia Civil vom Februar 2021, in denen nach einem Besuch des Geländes ein "unerträglicher Gestank" festgestellt wurde, der von "einer großen Anzahl von Tierkadavern ausging (Schafe, Ochsen, Ziegen usw.), die in einem Zustand der Verwesung herumlagen".

    In der Verfügung, mit der der Hof nun versiegelt wurde, wird dem Landwirt eine Frist von fünf Tagen eingeräumt, um die auf dem Hof lebenden Tiere freiwillig zu entfernen. Bemerkenswert ist: Die Verhältnisse auf dem Hof sind seit mindestens 2016 den Behörden bekannt. Nun, sechs Jahre später, wurde das Gericht tatsächlich aktiv.

    https://www.poderjudicial.es/cgpj/es...lito-ecologico

    Vor kurzem erst war eine Schweinefarm in San Sebastian aufgeflogen und geschlossen worden. Das hier scheint aber noch länger als seit 2016 so zu gehen. Wir waren irgendwann mal da oben zum Spazierengehen und haben jede Menge Knochen gesehen, auf die wir uns keinen Reim machen konnten. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann das war. 8 bis 10 Jahre ist das aber bestimmt her.

    Geändert von Gomeraforum (16.06.2022 um 16:05 Uhr) Grund: Originalquelle verlinkt

  26. Fritzlore´s Beitrag erhielt 4 mal Dank und/oder Zustimmung von:


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