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Thema: Der Tourismus auf La Gomera

  1. #100
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    67 Jahre alt
    aus Agulo
    7.933 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    16.792
    Jetzt, zur Semana Santa, ist die Insel mal wieder rappelvoll. Wir trauen uns schon seit ein paar Tagen nicht mehr, unser Auto vom Fleck zu bewegen, aus Angst, danach keinen Parkplatz in erreichbarer Nähe hier in Agulo zu finden. Die wenigen Plätze sind nur am frühen Morgen noch frei.

    Die Semana Santa ist die klassische Familien-Besuchs-Zeit in Spanien. Curbelo ließ verlauten, die Auslastung der (legalen) Fremdenbetten läge bei 90 %. An den Fähren sollen sich lange Schlangen bilden, hört man.

    https://x.com/CurbeloCasimiro/status...77434399838225

    Es regt sich Widerstand...

    https://www.teneriffaforum.de/showth...ll=1#post48801
    Geändert von Fritzlore (29.03.2024 um 18:17 Uhr)

  2. Fritzlore´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  3. Nach oben    #101
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    67 Jahre alt
    aus Agulo
    7.933 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    16.792

    Demonstrationen gegen Massentourismus

    Zitat Zitat von Fritzlore Beitrag anzeigen
    Für den 20.4. sind auf allen Kanarischen Inseln und einigen anderen spanischen Städten sowie in Berlin große Demonstrationen gegen den "Übertourismus" auf den Kanaren geplant.

    #CanariasTieneUnLimite
    #CanariasSeAgota

    Eine der Demos ist auch auf La Gomera geplant, in San Sebastián am Plaza de las Américas.

    https://x.com/iniciativaporlg/status...49546633826722

    Die Demos richten sich nicht gegen Touristen, sondern gegen die derzeitige Tourismus-Politik.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  4. Fritzlore´s Beitrag erhielt 7 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  5. Nach oben    #102
    Avatar von el corredor
    52 Jahre alt
    aus Hessen
    1.345 Beiträge seit 08/2020
    Danke
    941
    Wenn es um Teneriffa geht, müssten die eine Demo in London machen. Dort könnten sich die Briten bei der Demo mal oberkörperfrei präsentieren, wie sie das auch auf Teneriffa tun. Wäre witzig.

  6. el corredor´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  7. Nach oben    #103
     Unterstützer/in Avatar von Crazy Horse
    63 Jahre alt
    aus Dülmen/ Münsterland/ Westfalen - demnächst noch öfters La Gomera!
    4.792 Beiträge seit 12/2019
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    3.926

    Arbeitslosigkeit und Armut trotz Tourismusboom

    Eine älterere WDR-Doku aber bestimmt immer noch aktuell am Thema:

    WDR: Die Kanaren - Inseln der Arbeitslosen (2018)
    https://www.youtube.com/watch?v=sSjkKeO1FHQ

  8. Crazy Horse´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  9. Nach oben    #104

    aus Brandenburg
    29 Beiträge seit 03/2015
    Danke
    7
    Diese Doku wird hier ab Beitrag #5 aufgegriffen: https://www.teneriffaforum.de/showth...ll=1#post27432


  10. Torti´s Beitrag erhielt 3 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  11. Nach oben    #105
     Unterstützer/in Avatar von Crazy Horse
    63 Jahre alt
    aus Dülmen/ Münsterland/ Westfalen - demnächst noch öfters La Gomera!
    4.792 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    3.926
    Danke für den Link ins Nachbarforum hinüber. Viefältige und tiefgreifende Meinungen ohne großes Gepolter. Was das angeht, sind die Foren doch sehr ähnlich.

    Auf La Gomera geht es zum Glück immer noch sehr friedvoll ab und Touris - ob Wander-Pauschis, Öko-Möchtegern-Hippies oder Vier-Sterne-Luxus-Reisende - werden immer noch spätestens am Paseo de Palmeras an der Playa de Calera im VGR eines Besseren bzgl. Toleranz belehrt, wenn sie durch Canabisqualm schreitend, keine Angst vor den bunten Vögeln haben müssen. Seit über zwanzig Jahren genießen wir dieses Zusammenspiel.

    Was die Wohnsituation (bezahlbare Wohnungen) angeht, hat das aber längst problematische Züge angenommen und wir sind davon ab, irgendwem irgendwann seine Wohnung auf La Gomera wegzunehmen. Schrottimmobilien für utopische Preise interessieren uns auch nicht. Die Sommer in Deutschland können auch schön sein.
    Geändert von Crazy Horse (17.04.2024 um 16:03 Uhr)

  12. Crazy Horse´s Beitrag erhielt 4 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  13. Nach oben    #106
    Avatar von Galileo
    69 Jahre alt
    aus Cisleithanien
    708 Beiträge seit 11/2006
    Danke
    542
    Zitat Zitat von Fritzlore Beitrag anzeigen
    Für den 20.4. sind auf allen Kanarischen Inseln und einigen anderen spanischen Städten sowie in Berlin große Demonstrationen gegen den "Übertourismus" auf den Kanaren geplant.

    #CanariasTieneUnLimite
    #CanariasSeAgota

    Eine der Demos ist auch auf La Gomera geplant, in San Sebastián am Plaza de las Américas.

    https://x.com/iniciativaporlg/status...49546633826722

    Die Demos richten sich nicht gegen Touristen, sondern gegen die derzeitige Tourismus-Politik.
    Eigentlich geht's bei diesen Demos nur um hausgemachte Probleme und das Aufzeigen von Fehlentwicklungen. Die Touristen haben da keine Schuld. Wenn an den Flughäfen Leute mit Transparenten auftauchen, die den ankommenden Reisenden signalisieren wollen, dass sie nicht willkommen sind, dann ist das ein schlechtes Signal, das am Ende allen schadet. Ebenso wenn ein Mietwagen beschmiert wird, der ja gar nicht dem Fahrer, sondern einer kanarischen Verleihfirma gehört. Verantwortlich für die Missstände ist die lokale Politik und gegen die kann sich der Protest richten.

  14. Galileo´s Beitrag erhielt 5 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  15. Nach oben    #107
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    67 Jahre alt
    aus Agulo
    7.933 Beiträge seit 12/2019
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    Soziologe über Massentourismus

    Teneriffa steht vor dem Kollaps, 17 Millionen Besucher im Jahr, bewässerte Golfplätze, rationiertes Wasser für Einheimische – so geht es nicht weiter, sagt Soziologe Eugenio Reyes über das, worum es bei den Demos übermorgen geht.

    https://taz.de/Soziologe-ueber-Masse...smus/!6001974/

  16. Fritzlore´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  17. Nach oben    #108
    Avatar von Galileo
    69 Jahre alt
    aus Cisleithanien
    708 Beiträge seit 11/2006
    Danke
    542
    Warum nicht gezielt Menschen anziehen, die länger bleiben, weil sie von hier aus online arbeiten können? Digitale Nomaden, Design- oder Entwicklungsabteilungen großer Unternehmen? Sie könnten die Hotelanlagen auslasten, bei weniger Flugreisen und CO2-Ausstoß. Gleichzeitig würden Touristen mit hohem Lebensstandard kommen und die lokalen Wohnungsmärkte entlastet. Das wäre ein Tourismus für das 21. Jahrhundert.
    Heißt im Klartext, dass Personen mit geringem Einkommen auf den Inseln nicht mehr erwünscht sein werden, vor allem keine Rucksacktouristen mehr.

  18. Nach oben    #109
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    67 Jahre alt
    aus Agulo
    7.933 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    16.792
    Nein, so sehe ich das nicht, Galileo. OK, ist vielleicht etwas unglücklich formuliert.

    Für wenige Tage so weit zu fliegen ist ökologisch definitiv nicht sinnvoll.

  19. Nach oben    #110
    Avatar von Galileo
    69 Jahre alt
    aus Cisleithanien
    708 Beiträge seit 11/2006
    Danke
    542
    Zitat Zitat von Fritzlore Beitrag anzeigen
    Für wenige Tage so weit zu fliegen ist ökologisch definitiv nicht sinnvoll.
    Ich halte es auch nicht für sinnvoll, mitunter auch stressig, aber viele haben halt die Zeit nicht.
    Viele Reiseziele, wie etwa die Seychellen setzen generell auf hochpreisigen Tourismus und wollen am liebsten Gäste, die nicht lange bleiben, aber dafür möglichst viel Geld dort lassen.

  20. Galileo´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  21. Nach oben    #111
    Avatar von Gspritzter
    58 Jahre alt
    aus Wien
    168 Beiträge seit 01/2020
    Danke
    172
    Diese Golfplätze sind auf allen Inseln mit dem extremen Wasserverbrauch eine Provokation für alle, die für Wasser viel Geld zahlen müssen. Für diese wenigen "Golftouristen" werden schon seit Jahrzehnten zu viele Ressourcen verschwendet. Wenn die Canarios Wasser sparen müssen, wird der Rasen dort wahrscheinlich wie immer gewässert.
    Wenn der immer noch viel zu billige Sauftourismus auf Teneriffa, ähnlich wie aktuell angedacht auf Mallorca, eingeschränkt und deutlich teurer wird, dann werden die Rucksacktouristen auch wieder mehr Platz finden. Denen gebe ich keine Schuld an diesem Problem, Einheimische finden keinen bezahlbaren Wohnraum mehr. Ja, die Politik ist gefordert, who else?

  22. Nach oben    #112
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    67 Jahre alt
    aus Agulo
    7.933 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    16.792
    Wobei der Goldplatz beim Tecina seit vielen Jahren mit Wasser aus deren eigener Meerwasserentsalzungsanlage bewässert wird. Wie das woanders aussieht weiß ich natürlich nicht.

  23. Nach oben    #113
     Unterstützer/in Avatar von Crazy Horse
    63 Jahre alt
    aus Dülmen/ Münsterland/ Westfalen - demnächst noch öfters La Gomera!
    4.792 Beiträge seit 12/2019
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    3.926
    Olsen bezieht das Wasser für den Golfplatz und Hotel doch überwiegend aus Benchijigua. Er hatte damals das ganze Dorf samt Wasserrechten bis an die Bergspitzen hoch gekauft. Zwei dicke Leitungen führen zu seinen Anwesen, während sich der Rest der unterhalb lebenden Bevölkerung mit einer kleineren zufrieden geben muss. Die Meerwasserentsalzungsanlage ist doch wohl eher Augenwischerei. Was mag es allein kosten, das Wasser da auf den Golfplatz hoch zu pumpen?

  24. Crazy Horse´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  25. Nach oben    #114
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    67 Jahre alt
    aus Agulo
    7.933 Beiträge seit 12/2019
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    16.792
    Hier im Gesetzentwurf steht, dass die touristische Nutzung der Liegenschaften auf 10% betreffend den kleinen Inseln (El Hierro, La Gomera und La Palma) begrenzt werden kann.
    https://www.gobiernodecanarias.org/p...-de-viviendas/

    Hier eine Zusammenfassung dazu in Deutsch:
    https://www.teneriffaforum.de/showth...ll=1#post48839

    Problematischer finde ich die Forderung von den Initiatoren der Demonstrationen nach einer Tourismus-Steuer. Nicht, weil es den Urlaub verteuern würde, sondern weil wir ja alle wissen, was hier mit zusätzlichem Geld passiert. Noch ein Mirador, noch eine fragwürdige Straßen-Sanierung usw.

    Nur ist es fraglich, ob die Einführung höherer Steuern zielführend ist. Diese umfassen nicht nur eine Tourismussteuer, sondern auch erhöhte Abgaben für die Vermieter. Und das sind gerade auf Gomera nicht nur große, zumeist ausländische Konzerne, sondern die privaten Vermieter, die mit viel Aufwand meist authentische Objekte für touristische Zwecke geschaffen haben. Die Folge wäre eine nicht unerhebliche Verteuerung durch die Umlage der Steuern auf den Verbraucher. Und wer nun glaubt, dass diese Steuern im Sinne der Nachhaltigkeit und des Rückbaus verwendet werden, der schaue sich nur einmal die irrsinnigen Straßenbauprojekte auf Gomera an. La Gomera lebt vom Tourismus! Vielmehr gilt es, den wilden Vermietungen Einhalt zu gebieten und den sanften Tourismus zu fördern. Höhere Steuern sind da kein probates Mittel. (Dieser Text ist von einem lieben Freund, der schon sehr lange auf Gomera lebt)

  26. Fritzlore´s Beitrag erhielt 6 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  27. Nach oben    #115
    Avatar von Galileo
    69 Jahre alt
    aus Cisleithanien
    708 Beiträge seit 11/2006
    Danke
    542
    Zitat Zitat von Gspritzter Beitrag anzeigen
    Diese Golfplätze sind auf allen Inseln mit dem extremen Wasserverbrauch eine Provokation für alle, die für Wasser viel Geld zahlen müssen. Für diese wenigen "Golftouristen" werden schon seit Jahrzehnten zu viele Ressourcen verschwendet.
    Die Golfplätze sind dort, wo früher mal Bananenplantagen waren, die auch nicht weniger Wasser verbrauchten.

  28. Galileo´s Beitrag erhielt 3 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  29. Nach oben    #116
    Avatar von Wildfremder
    aus dem Münsterland
    544 Beiträge seit 03/2020
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    480
    Zitat Zitat von Fritzlore Beitrag anzeigen
    Für den 20.4. sind auf allen Kanarischen Inseln und einigen anderen spanischen Städten sowie in Berlin große Demonstrationen gegen den "Übertourismus" auf den Kanaren geplant.

    #CanariasTieneUnLimite
    #CanariasSeAgota

    Eine der Demos ist auch auf La Gomera geplant, in San Sebastián am Plaza de las Américas.

    https://x.com/iniciativaporlg/status...49546633826722

    Die Demos richten sich nicht gegen Touristen, sondern gegen die derzeitige Tourismus-Politik.
    Heute bereits in der Tagesschau und im Spiegel...

    https://www.tagesschau.de/ausland/eu...ismus-100.html

    https://www.spiegel.de/reise/kanaren...a-d5b7b6dc6f1c
    Geändert von Wildfremder (20.04.2024 um 22:22 Uhr)

  30. Wildfremder´s Beitrag erhielt 5 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  31. Nach oben    #117
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    67 Jahre alt
    aus Agulo
    7.933 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    16.792
    Zehntausende Menschen demonstrierten gestern auf den Kanaren für den Schutz ihrer Heimat und eine Begrenzung der Touristenzahl durch die Behörden.

    https://x.com/FernandoRuizTF/status/1781649555911520739

    https://x.com/RTVCes/status/1781692114402726123

    https://www.zdf.de/nachrichten/panor...mwelt-100.html

    Auf Gomera fiel der Protest eher spärlich aus.

    signal-2024-04-20-15-21-58-460.jpg

    Hier der Bericht unserer Freunde aus San Sebastián, die auf der Demo dort waren:

    Die Einwohner von San Sebastian waren höchstens als Zaungäste vertreten, dafür aber die alternative Szene, vornehmlich aus dem Valle Gran Rey.
    Ich hätte mir gewünscht, bei der Demo gegen die Baumfällung im vergangenen Jahr wären ebensoviele erschienen.
    Teilweise waren die Forderungen doch etwas seltsam: mehr Landwirtschaft (ohne Wasser ??),
    Tourismus ist Terror (alle Arbeitnehmer werden dann Beamte oder gehen in die blühende Wirtschaft ??), weniger Touristen = weniger Fäkalien (Einheimische brauchen keine Kläranlagen ??) und natürlich mehr Steuern (??). Im Hintergrund auf der Bühne der Plaza de las Américas lief Kaspertheater.
    Lauter als die Demo und mit großem Zuspruch.
    Ein Schelm, der Böses denkt.

  32. Fritzlore´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:

    Lee

  33. Nach oben    #118
    Avatar von Galileo
    69 Jahre alt
    aus Cisleithanien
    708 Beiträge seit 11/2006
    Danke
    542
    Wenn ich mir das hier durchlese...

    https://www.teneriffaforum.de/showth...ll=1#post48839

    ...gewinne ich den Eindruck, dass bei dem neuen Gesetzentwurf vor allem den privaten Vermietern an den Kragen gehen soll. Dabei sind doch gerade die Selbstversorger, die ihr Geld in heimischen Gastronomiebetrieben ausgeben, weil sie nicht in den großen Hotels verköstigt werden. Offensichtlich verkennen die Demonstrierenden, dass sie sich unwissentlich zu den Erfüllungsgehilfen der Hotelbetreiberlobby machen.

    Eine Begrenzung der Besucheranzahl bei gleichbleibenden Einnahmen wäre sowieso nur durch eine Reduzierung des Bettenangebotes möglich, was sich natürlich dann Auswirkungen auf die Preise hätte.

  34. Nach oben    #119

    54 Jahre alt
    aus Seewis Dorf
    2 Beiträge seit 12/2023
    Danke
    3
    Zitat Zitat von Fritzlore Beitrag anzeigen
    Zehntausende Menschen demonstrierten gestern auf den Kanaren für den Schutz ihrer Heimat und eine Begrenzung der Touristenzahl durch die Behörden.

    https://x.com/FernandoRuizTF/status/1781649555911520739
    Es gibt noch weitere Gründe für die Demonstrationen.

    Den Februar verbrachte ich in Santa Cruz de Tenerife in einer Sprachschule um mein Spanisch zu verbessern. Meine sehr nette Gastmutter arbeitete immer sehr lange. Als ich sie darauf ansprach erklärte sie mir, dass in der Firma sie zu weit für die Buchhaltung zuständig seien. Ihre jüngere Arbeitskollegin bekam jedoch ein Kind und nun müsse sie, wenn sie die Stelle nicht verlieren will, die ganze Arbeit machen. Die Arbeitslosigkeit ist so hoch, dass man leicht ausgenutzt werden kann. Das viele Geld vom Tourismus kommt nicht überall hin.

    In Teneriffa, auf den anderen Inseln wird es nicht groß anders sein. Da kommt zwar viel neues Geld auf die Inseln, aber natürlich treibt das die Preise für alle in die Höhe. Ein weiterer wichtiger Punkt, der kaum erwähnt wird, ist; dass durch die betont mieterfreundlichen Gesetze - auch wenn der Mieter monatelang keine Miete zahlt kriege ich den nicht mehr aus dem Haus. Viele Wohnungen stehen deshalb leer stehen und Wohnungsbesitzer vermieten lieber nicht, als sich diesem Ärger auszusetzen.

    Die Kanarier wissen schon, dass das Geld und der moderate Wohlstand von den Touristen kommen. Ich denke, die Demonstrationen sind gut, damit die Inselregierungen sich ernsthaft überlegen, wie das Geld bei mehr Leuten ankommt. Stichwort Kreuzfahrtschiffe.

  35. Ske el jardinero´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  36. Nach oben    #120
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    67 Jahre alt
    aus Agulo
    7.933 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    16.792
    Zitat Zitat von Galileo Beitrag anzeigen
    Wenn ich mir das hier durchlese...

    https://www.teneriffaforum.de/showth...ll=1#post48839

    ...gewinne ich den Eindruck, dass bei dem neuen Gesetzentwurf vor allem den privaten Vermietern an den Kragen gerückt werden soll...
    Was da alles drin steht, wird vermutlich nicht alles so umgesetzt. Und schon gar nicht zeitnah.

    Richtig wäre es, sofort die Genehmigungen für neu umgenutzten Wohnraum in Ferienwohnungen zu stoppen, die illegale Vermietung durch Kontrollen zu stoppen und den sozialen Wohnungsbau zu fördern. Und natürlich Kläranlagen zu bauen. Damit könnte man zumindest schon mal anfangen.

  37. Fritzlore´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  38. Nach oben    #121
    Avatar von Galileo
    69 Jahre alt
    aus Cisleithanien
    708 Beiträge seit 11/2006
    Danke
    542
    Zitat Zitat von Fritzlore Beitrag anzeigen
    Richtig wäre es, sofort die Genehmigungen für neu umgenutzten Wohnraum in Ferienwohnungen zu stoppen, die illegale Vermietung durch Kontrollen zu stoppen.
    Ich habe hier einen Kommentar gefunden, der meines Erachtens den Nagel auf den Kopf trifft und sich weitestgehend mit meiner Meinung deckt. Den privaten Vermietern und den Individualtouristen zu Leibe zu rücken ist ein Irrsinn und kann nur im Interesse der großen Touristikkonzerne liegen:

    Weil die "unbekannten" Veranstalter dieser Demo unter anderem in Punkt 2 wieder einmal diesen Unsinn von der Wohnungsnot aufgrund eines nicht regulierten FeWo- und Immobilien-Marktes verbreiten, möchte ich darauf eingehen.
    Die Einheimischen als Opfer des Tourismus und vor allem des Individualtourismus inklusive ausländischer Residenten zu sehen, ist leider Ausdruck eines sehr unterkomplexen Denkens.
    Das Bild wird scheinbar sehr gerne von Lobbyisten und Politmarionetten gezeichnet, die die Inseln seit langem ausbeuten und gleichzeitig wenig bis nichts für eine moderne Infrastruktur investieren. All inclusive? Jederzeit! Herzlich Willkommen. Vom TUI Flieger in den TUI Bus zum TUI Hotel und wieder zurück.
    Die Mehrzahl der touristisch vermieten Unterkünfte gehören jedoch immer noch den Einheimischen. Es ist ihre Insel und ich Frage mich, warum sollten sie von dem Tourismus nicht auch ein wenig oder auch deutlich profitieren?
    Warum sollten sie ausschließlich ihren Lebensunterhalt als Putzfrau, Busfahrer oder Servicesklave von TUI & Co bestreiten?
    Und selbst die ausländischen Immobilieninhaber, die zum Teil touristisch vermieten, sind ebenfalls ein sehr wichtiger Bestandteil für die Mikrowirtschaft. Sie geben deutlich mehr Geld aus für die Instandhaltung und Renovierun, auch bei Handwerkern kommt das gut an und in allen möglichen Geschäften und sie bringen zusätzlich kaufkräfrige Gäste auf die Inseln, die sich für Land und Leute und die Kultur interessieren und begeistern.
    Das alles wird nicht diskutiert, weil die Diskussion wahrscheinlich Mal wieder von den Lobbyisten der Tourismuskonzerne und den wenigen Familien gesteuert wird, die den Großteil der Inseln beherrschen.
    Die wenigen, tarsächlichen Opfer unter den Einheimischen werden in ihrem Frust wie auch Neid und in ihrem zum Teil auch selbstverschuldeten Loosertum dann mobilisiert und instrumentalisiert.
    Wir haben alleine nur auf Fuerteventura ausreichend stillgelegte oder Pleite gegangene Hotelareale. Gigantische Flächen. Beste Bausubstanz. Das alles vergammelt seit Jahren einfach nur so vor sich hin. Eine einst fertiggestellte und gute Wohn-Infrastruktur zerfällt komplett. Ein Trauerspiel. Würde die Regierung allein nur diese Objekte verstaatlichen, wäre das Wohnungsproblem auf Jahrzehnte hin gelöst. Und wo bleibt der soziale Wohnungsbau? Selbst private Investoren, die keine Hotels sondern Appartementanlagen oder moderne Seniorenunterkünfte bauen würden, finden doch keine Unterstützung.
    Stattdessen labern Unkundige irgendwas von Wohnungsnot wegen Individualtourismus, weil auch die Medien da gerne mitmachen. Warum nur?
    Der Protest sollte aufpassen, dass er nicgt komplett realitätsferne Forderungen stellt und in die ökosozialistischen Schwurbeleien passt, die am Ende nur denen nutzen, die die Insel weiterhin ausbeuten, miese Löhne zahlen und selbst fette Beute machen.
    Ich sage es deutlich. Es lebe der Indivualtourismus. Es leben unsere wunderbaren Gäste, die sich in diese Insel verliebt haben, auch in die Einheimischen, in das kanarische Lebensgefühl und die kanarische Kultur. Sie sind immer herzlich Willkommen, auch bei dem Großteil der Einheimischen, die sich nicht instrumentalisieren lassen und genau wissen, wer für die Wohnungsnot verantwortlich ist.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  39. Galileo´s Beitrag erhielt 3 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  40. Nach oben    #122
     Unterstützer/in Avatar von Crazy Horse
    63 Jahre alt
    aus Dülmen/ Münsterland/ Westfalen - demnächst noch öfters La Gomera!
    4.792 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    3.926
    Da hat sich aber mal einer ausgekotzt.

    Ob es objektiv gesehen richtig war, seine subjektive Meinung so herauszustellen bzw. die hier so ungefiltert wiederzugeben?

  41. Nach oben    #123
     Unterstützer/in
    65 Jahre alt
    aus dem Vogelsberg
    1.507 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    657
    Ich kann den Gedanken des Autors jedenfalls folgen und stimme im Wesentlichen zu.

  42. hartmut´s Beitrag erhielt 3 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  43. Nach oben    #124
    Avatar von sabri
    aus Valle Gran Rey
    84 Beiträge seit 01/2023
    Danke
    115
    That's it... gut ge/beschrieben.

  44. sabri´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  45. Nach oben    #125
    Avatar von Galileo
    69 Jahre alt
    aus Cisleithanien
    708 Beiträge seit 11/2006
    Danke
    542
    Warum sollten die Canarios also gegen den Tourismus protestieren, wenn er doch die „Kuh ist, die ihnen Milch gibt“? Zweifelsfrei war es auch der Beginn des Tourismus, der in den 1970er Jahren viele Menschen auf den Kanaren aus bitterer Armut geholt hat.

    Tatsächlich ist es in den letzten Jahrzehnten auf den Kanarischen Inseln zu einem extremen Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum gekommen, das durch ein enormes Wachstum des Tourismus bedingt ist. In vielen Bereichen hat jedoch die Entwicklung der Infrastruktur nicht mit diesem Wachstum Schritt gehalten.

    Weiterlesen: https://www.fuerteventurazeitung.de/...-sind-denkbar/

  46. Galileo´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  47. Nach oben    #126
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    67 Jahre alt
    aus Agulo
    7.933 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    16.792
    Wir waren ja auch direkt davon betroffen. Das Häuschen, das wir 10 Jahre lang gemietet hatten, wurde letztes Jahr umgewidmet in ein legales Ferienhaus. Wir mussten uns eine andere Bleibe suchen. Das ging recht schnell, weil wir hier im Dorf bekannt sind, als ordentliche Mieter, die regelmäßig zahlen. Aber 500 € für nur 42 qm kann/will auch nicht jeder hier zahlen.

    In dem Artikel aus der Fuerteventura-Zeitung fehlt ist der Aspekt der nicht vorhandenen bzw. nicht ausreichenden und defekten Kläranlagen. Je mehr Tourismus desto mehr müsste man an diesem Problem arbeiten. Aber statt dessen zahlt man lieber horrende Strafen jedes Jahr für die Einleitung der ganzen Fäkalien ins Meer. Für das viele Geld hätten sie doch schon längst die eine oder andere Kläranlage bauen können. Warum machen sie das nicht? Das verstehe ich nicht.

  48. Fritzlore´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  49. Nach oben    #127
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    67 Jahre alt
    aus Agulo
    7.933 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    16.792
    Das Parlament der Kanarischen Inseln lehnte gestern den Vorschlag von Nueva Canarias ab zur Begrenzung des Tourismuswachstums, Moratorium für die VV-Genehmigung bis zur Verabschiedung des Gesetzes, Ökosteuer für Touristen, Beschränkung des Kaufs von Immobilien durch Ausländer. Dagegen gestimmt haben die CC, PP, AHI, ASG und VOX.

    GL7RR2MWkAAg_cA.jpeg

    Beschlossen wurde hingehen, dass die Regierung sich mit Eintrittsgeldern für die Nationalparks auf Teneriffa befassen muss. Nur VOX war dagegen.

    GL7SMi1WMAACAgI.jpeg

  50. Fritzlore´s Beitrag erhielt 3 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  51. Nach oben    #128
    Avatar von Wildfremder
    aus dem Münsterland
    544 Beiträge seit 03/2020
    Danke
    480
    Protest gegen Massentourismus, Kanaren am Limit

    Rund 16 Millionen Touristen überfluten jährlich die Kanaren. Hohe Mieten, Bettenburgen, Staus und Umweltzerstörung sind die Folge, warnt Geologe Néstor Marrero. Mit Protesten wehrt er sich gegen den Ausverkauf seiner Heimat.

    Ein Interview von Fiona Ehlers, 25.04.2024, 13.28 Uhr
    https://www.spiegel.de/ausland/kanar...e-668cdc084794

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    Avatar von Galileo
    69 Jahre alt
    aus Cisleithanien
    708 Beiträge seit 11/2006
    Danke
    542
    Offensichtlich macht sich da eine recht vereinfachte Sichtweise breit:

    Wie wir alle wissen, beschränkt sich der Tourismus auf allen Inseln auf wenige Orte. In Teneriffa sind das vor allem die Costa Adeje zwischen Los Cristianos und Puerto de Santiago, sowie die Stadt Puerto de la Cruz im Norden. Der größte Ballungsraum ist aber Sta. Cruz - La Laguna, wo es so gut wie keine Ferienwohnungen gibt. Ich kann nicht verstehen, welchen Nutzen Leute haben sollten, die in diesem Ballungsraum eine Wohnung suchen, wenn an der Costa Adeje jetzt die Zahl der Ferienwohnungen reduziert werden sollen.
    Gleichermaßen verhält es sich mit den Staus, die vor allem auf den morgendlichen Berufsverkehr zurückzuführen sind. Verstopft sind die Autobahnen vor allem zwischen 6:00 und 9:00 Uhr, eine Uhrzeit, zu der die meisten Touristen noch schlafen oder gerade frühstücken.
    Pläne für eine Schnellbahn zwischen Sta. Cruz und Los Cristianos liegen schon seit vielen Jahren in den Schubladen.

    Geändert von Galileo (25.04.2024 um 17:32 Uhr)

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