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Thema: Kanalwanderung von Las Toscas ins Benchijigua-Tal

  1. #1
     Unterstützer/in Avatar von kunibert
    84 Jahre alt
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    Kanalwanderung von Las Toscas ins Benchijigua-Tal

    Zitat Zitat von kunibert Beitrag anzeigen
    Wasserkanäle:
    ... Da geht man absolut eben dahin. Nur bei allfälligen Tunnel und tunnelartigen Verbauten muss man sich bücken oder kriechen.

    In diesem Forum haben wir die Wasserkanäle noch nicht beschrieben. Es gibt da ja die grundsätzliche Diskussion, ob man diese privaten Kanäle, die ja nicht als Wanderweg ausgewiesen sind, überhaupt begehen darf. Wir haben am Wasserkanal von Antoncojo aber immer wieder den Ziegenhirten getroffen und uns mit ihm unterhalten (soweit es unsere mäßigen Spanischkenntnisse zuließen). Er hatte nichts dagegen, dass wir hier wanderten. Nur einmal hat er uns zurückgepfiffen, weil er den Tunnel zur Guarimiarschlucht mit einem Drahtverhau gesichert hat, damit die Ziegen dort nicht durchgehen. .
    Schauen wir uns trotzdem den Wasserkanal von Las Toscas ins Benchijigua-Tal näher an.

    Wir sind den Kanal in den Jahren 2013, 2014 und zuletzt 2016 gegangen. Bis zum zweiten Tunnel ist die Wanderung kein Problem, wenn man halbwegs schwindelfrei ist. Nach dem zweiten Tunnel ist er sehr verwachsen und man kommt beim Wanderweg heraus, der vom Roque Agando herunterkommt. Nach heftigen Regenfällen könnte der Kanal allerdings Wasser enthalten und möglicherweise nicht begehbar sein.

    Sollte jemand den Kanal begehen, dann bitte unbedingt eine aktuelle Statusmeldung. Danke.

    Von der Bushaltestelle Las Toscas geht man die Piste Richtung Benchijigua.

    00 20160413_1535_Las Toscas Wasserkanal_100006.jpg

    Rechts sieht man schon den Kanal auf Hangbrücken. Wo die Straße steiler bergab geht kreuzt man den Kanal. Hier ist der Einstieg. Das Auto kann man knapp vorher stehen lassen.

    01 20130216_3155_Wasserkanal Las Toscas - Benchijigua_3252.JPG

    Zuerst geht es durch einen mäßig steilen Berghang. Am Boden des Kanals liegt bis nach dem ersten Tunnel ein Wasserleitungsrohr, weshalb der Kanal bis dorthin auch geräumt wird.

    02 20130216_3180_Wasserkanal Las Toscas - Benchijigua_3257.JPG

    Beim Blick zurück sehen wir die steilen Serpentinen der Benchijigua-Straße.

    02 20130216_3625_Wasserkanal Las Toscas - Benchijigua_3346.JPG

    Manchmal geht es in Einschnitte mitten durch den Felsen.

    03 20130216_3190_Wasserkanal Las Toscas - Benchijigua_3259.JPG

    Manchmal liegen Felsbrocken im Kanal, die man überklettern muss. Wir hatten kein Problem damit

    04 20130216_3220_Wasserkanal Las Toscas - Benchijigua_3265.JPG

    Meistens hat man freie Sicht über das Benchijigua-Tal bis nach Azadoe und das Imada-Tal.

    05 20130216_3260_Wasserkanal Las Toscas - Benchijigua_3273.JPG

    Nach einer knappen Stunde muss ein erster Tunnel durchlaufen werden. Er ist nicht besonders lang, und man sieht von Anfang an das Tunnelende, aber er ist nicht sehr hoch, so dass man mit einer Taschenlampe abwechselnd die Decke und den Boden ausleuchten sollte, um nicht zu stolpern und vor allem, um sich nicht den Kopf zu verletzten.

    Ein prüfender Blickzeigt die Länge:

    06 20130216_3265_Wasserkanal Las Toscas - Benchijigua_3274.JPG 06 20130216_3270_Wasserkanal Las Toscas - Benchijigua_3275.JPG

    Nach dem Tunnel öffnet sich ein herrlicher Ausblick auf den Roque Agando und den weiteren Verlauf des Kanals.

    07 20130216_3285_Wasserkanal Las Toscas - Benchijigua_3278.JPG

    Später endet das Wasserleitungsrohr und der Kanal ist großteils mit Geröll verschüttet

    08 20130216_3300_Wasserkanal Las Toscas - Benchijigua_3281.JPG 08 20130216_3355_Wasserkanal Las Toscas - Benchijigua_3292.JPG

    und manchmal verwachsen. Im Jahr 2013 hatten wir das Glück, dass buba zusammen mit seiner Frau und einem befreundeten Ehepaar den Kanal freigeschnitten hatten. 2014 hatten wir auch kein Problem und 2016 sind wir nicht so weit gegangen, da haben wir vor dem ersten Tunnel einen Aufstieg nach Vegaipala gesucht.

    09 20130216_3365_Wasserkanal Las Toscas - Benchijigua_3294.JPG

    Nach etwa 1,5 Stunden kommt man dann zum zweiten Tunnel, bei dem wir 2013 umgedreht sind.

    10 20130216_3376_Wasserkanal Las Toscas - Benchijigua_3306.JPG

    2014 hat uns buba bei einem Forentreffen auf unserer Terrasse ermutigt, den Kanal auch nach dem zweiten Tunnel zu begehen. Wir haben den Tunnel problemlos oben herum umgangen, mit wunderschönem Blick auf den Roque Agando.

    10 20140202_1365_Wasserkanal Las Toscas - Benchijigua_5986.JPG

    Leider ist der Kanal nach dem zweiten Tunnel großteils sehr verwachsen und teilweise nur sehr mühsam zu bewältigen.

    11 20140202_1380_Wasserkanal Las Toscas - Benchijigua_5989.JPG

    Teilweise ist er mit Platten gedeckt, die aber auch nicht gut zu begehen sind.

    12 20140202_1395_Wasserkanal Las Toscas - Benchijigua_5992.JPG

    Man kommt beim Wanderweg heraus, der vom Roque Agando herunterkommt und kann hinunter nach Benchijigua und über die Straße zurück.

    Ich empfehle daher, spätestens bald nach dem zweiten Tunnel umzukehren. In der Gegenrichtung bietet der Kanal ja wieder ganz andere Blicke.

    Verlaufen kann man sich auf diesem Weg natürlich nicht. Trotzdem eine Landkarte. buba hat mir erlaubt, die Landkarte von seinem Bericht aus 2012 zu verwenden. Danke.

    Karte Wasserkanal Las Toscas.jpg

  2. kunibert´s Beitrag erhielt 8 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  3. Nach oben    #2

    494 Beiträge seit 08/2021
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    Das sieht wirklich interessant aus. Danke für den Bericht. Erinnert mich ansatzweise an den Norden von Madeira.


  4. Nach oben    #3
     Unterstützer/in Avatar von kunibert
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    Nur dass es auf Gomera keinen Ansturm gibt. Eine Levada auf halber Höhe einer 600m senkrecht abfallenden Steilwand mit Gegenverkehr haben wir nicht als lustig empfunden.

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    Und der Ritter Kunibert, setzte sich verkehrt aufs Pferd
    Wollte er nach hinten sehn, braucht er sich nicht umzudrehn

  5. Nach oben    #4

    494 Beiträge seit 08/2021
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    Ansturm gab es damals dort auch nicht. Aber das wir jetzt zu "off topic".

  6. Nach oben    #5
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    Zitat Zitat von kunibert Beitrag anzeigen
    ... Nach einer knappen Stunde muss ein erster Tunnel durchlaufen werden.
    ... Nach etwa 1,5 Stunden kommt man dann zum zweiten Tunnel, bei dem wir 2013 umgedreht sind. ...
    Addiere ich jetzt richtig:
    1,0h bis zum ersten Tunnel und weitere 1,5h bis zum zweiten?
    Also 2,5h hin und 2,5h wieder zurück? Macht 5h?

    Ich frage, weil mein rechtes Knie fragwürdig geschädigt ist - leichtes Gefälle in einem Kanal ist positiv - Gekraxel äußerst negativ.

    (Wenn ich die Treppe herunterlaufe, macht es immer grrr-knax-KNACK.)

    In drei Wochen sind wir wieder auf der Insel - ich würde das mit Frau und Schwägerin mal ausprobieren und dann auch berichten.

  7. Nach oben    #6
     Unterstützer/in Avatar von kunibert
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    Nein, nein. Die 1,5 Std sind vom Anfang gerechnet. So weit ich mich erinnern kann. Ich habe leider keine Aufzeichnungen darüber aufgehoben. Sorry.

    Gesendet von meinem SM-G950F mit Tapatalk
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  9. Nach oben    #7
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    Lieber Kunibert.

    Wir haben die Wanderung heute gemacht und ich soll Dir von "meinen beiden Frauen" einen herzlichen Dank aussprechen für diesen tollen Tipp.

    IMG_20211227_142509.jpg

    Für mich war's eine Qual (morgen mehr mit Fotos) aber die beiden Damen turnten locker auf der talseitigen Kanalwand und sangen Lieder.

    Ich muss jetzt meine geschätzt 500 Opuntienstacheln einzelnd entfernen.
    Ein Wanderstock musste dran glauben, weil er eben keine Machete ersetzt.

    Der Tunnel war für mich dann ein Graus und nach zweimaligem Durchqueren im Entengang genug.
    1,86m können da nicht durch mit kaputtem Kreuz und Knie ...
    jetzt ist auch mein neuer Hut wieder hin ...

    IMG_20211227_144204.jpg

    Weitere Bilder und Hinweise trudeln nach und nach ein. (Auch erst nach Rückkehr)

    Nachtrag: Reine (.) Gehzeit bis fast zum zweiten Tunnel und zurück waren 1,5 h. Die akrobatischen Einlagen - für manche sogar lebensgefährlich - und die Pausen addieren sich dann auf 2,5h.
    Wir waren noch lecker Essen unten in Playa Santiago und hatten dann einen atemberaubenden Sternenhimmel mit Milchstraße und allem Zipp und Zapp an Sternengeleucht.

  10. Crazy Horse´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  11. Nach oben    #8
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    So jetzt mal mein Fazit:

    Ja die Wanderung ist machbar. Stöcker nicht vergessen, denn es ist kein Spaziergang.

    Wer sich nicht traut auch mal am Rand des Kanals über dem Abgrund zu klettern, sollte es jedenfalls besser sein lassen.

    IMG_20211227_123134.jpg

    Der Einstieg in die Herausforderung:

    Alles i.O. und etwa 50% des Weges waren halbwegs ebenerdig und leicht begehbar.

    IMG_20211227_123424.jpg IMG_20211227_132601.jpg

    Etwa 30% der Strecke hatte viele störende Steine, Kiefernzapfen oder tote Äste im Weg.

    IMG_20211227_133251.jpg

    Häufig waren aber auch die Tabaibas so dermaßen hineingewachsen, dass man sich vorbeizwängen musste, sofern man nicht über die Mauer tanzen wollte oder konnte.

    Von den verbleibenden 20% der Strecke - und das kann man jetzt nur zeitlich einordnen - sind 15% einfach nur lästig. (Machete wg. Opuntien nicht vergessen.)

    IMG_20211227_132825.jpg IMG_20211227_134835.jpg

    Den Rest der Herausforderung stellen dann nur noch die Mega-Hindernisse mit Schwindelgarantie und Todesnähe dar.

    IMG_20211227_124939.jpg

    Meine Begleiterinnen lachen sich einen Ast ab ob meiner Schilderungen .

    Immerhin die Panoramablicke waren trotz bescheidenem Wetter grandios.

    IMG_20211227_130611.jpg

  12. Crazy Horse´s Beitrag erhielt 3 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  13. Nach oben    #9
    Avatar von Pagurus
    481 Beiträge seit 01/2020
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    Danke Dirk, für deinen interessanten Bericht.
    Aber wenn ich es näher bedenke, dann ist diese „Wanderung“ ziemlich genau das Gegenteil dessen was ich suche.
    „am Rand des Kanals über dem Abgrund klettern“ oder „störende Steine, tote Äste aus dem Weg räumen“ gehört definitiv nicht dazu.
    Wandern ist Meditation ! Dazu gehört Rhythmus, Gleichförmigkeit beim Gehen und beim Atmen. Den Blick in die Ferne schweifen lassen, kann ich nur wenn ich nicht befürchten muß, über Hindernisse zu stolpern und mir die Gräten zu brechen. Selbst eine wenig befahrene Nebenstraße ist mir da noch lieber als so ein Kanal.

  14. Nach oben    #10
     Unterstützer/in Avatar von kunibert
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    Zitat Zitat von Pagurus Beitrag anzeigen
    Wandern ist Meditation ! Dazu gehört Rhythmus, Gleichförmigkeit beim Gehen und beim Atmen. Den Blick in die Ferne schweifen lassen, kann ich nur wenn ich nicht befürchten muß, über Hindernisse zu stolpern und mir die Gräten zu brechen. Selbst eine wenig befahrene Nebenstraße ist mir da noch lieber als so ein Kanal.
    Solche Wanderungen machen wir in der Umgebung von Wien. Im Weinviertel zwischen den Rieden und Kellergassen, wunderschön und erholsam für Körper und Geist.

    Auf Gomera gibt es da wenige Wanderungen dieses Typs. Da gefällt uns die Herausforderung. Wenn man in der Guarimiar-Schlucht die Beine heben muss, um nicht zu stolpern und in die Schlucht zu fallen. Wenn man für den Blick in die Ferne innehalten muss, damit man keine Wurzeln oder Steine übersieht.

    Die von buba seinerzeit beschriebenen Wasserkanäle haben wir schätzen gelernt, als meine Frau auf einer harmlosen Genusswanderung den Blick in die Ferne schweifen ließ und dabei stürzte. In zwei aufeinanderfolgenden Jahren an der gleichen Stelle. Wegen der starken Rückenschmerzen konnte sie dann nicht steil bergauf gehen. Da sind wir eben auf die absolut ebenen Wasserkanäle ausgewichen. Den Gruseleffekt über dem Abgrund haben wir genossen.

  15. Nach oben    #11
     Unterstützer/in Avatar von kunibert
    84 Jahre alt
    aus Wien
    4.118 Beiträge seit 10/2018
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    Heute sind wir wieder einmal in den Wasserkanal von Las Toscas Richtung Benchijigua eingestiegen und wollten genussvoll eben entlang laufen. Allerdings ist der Kanal inzwischen großteils verwachsen und mit Erde und Steinen verlegt, dass es kein Vergnügen mehr ist. Schade.
    Und der Ritter Kunibert, setzte sich verkehrt aufs Pferd
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  16. kunibert´s Beitrag erhielt 3 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  17. Nach oben    #12
     Unterstützer/in Avatar von Crazy Horse
    65 Jahre alt
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    6.137 Beiträge seit 12/2019
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    Den Eindruck hatten wir 2021 auch, als wir auf Deinen Bericht hin das Unternehmen wagten.
    P1090492.JPGP1090500.JPGP1090498.JPGP1090499.JPG
    Was am Anfang noch lauschig war entpuppte sich bald zu einer waghalsigen Turnübung.
    Am Ende war ein Wanderstock krumm gehauen und mein Hut zerfranst.
    Was immer auch werde, bleibt treu dem Pferde!

  18. Crazy Horse´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  19. Nach oben    #13

    1.998 Beiträge seit 12/2019
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    1.902
    Wir sind gestern zu fünft durch den Wasserkanal von Las Toscas bis zum Abstiegsweg vom Roque Agando gelaufen, dann runter nach Benchjigua und die Piste wieder rauf zum Auto. Die Runde war gut 10km lang mit 230 Höhenmetern. Für die Tour haben wir über 5 Stunden gebraucht. Der Wasserkanal ist knapp 4 km lang und auf den ersten 3,5km ( ca. 2 Stunden ) bis zum 2. Tunnel gut zu begehen.
    Die letzten 500m ( über 1 Stunde ) bis zum Abstiegsweg vom Roque Agando sind total zugewachsen. Wir sind da zwar irgendwie durchgekommen, empfehlen kann ich das aber nicht. Einfacher ist es am 2. Tunnel umzukehren und durch den Wasserkanal wieder zurück zu laufen.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  20. Guido´s Beitrag erhielt 13 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  21. Nach oben    #14
     Unterstützer/in Avatar von kunibert
    84 Jahre alt
    aus Wien
    4.118 Beiträge seit 10/2018
    Danke
    4.386
    Danke für die Bilder. So haben wir uns das vorgestellt. Wir haben gut daran getan, gleich nach der ersten Kurve umzukehren.

    Schade um die schöne Wanderung, die wir bis zum 2.Tunnel gerne gegangen sind. Einmal sind wir sogar bis zum Agando-Abstiegsweg. Da hatte aber vorher Buba mit Freunden den Weg freigeschnitten.
    Und der Ritter Kunibert, setzte sich verkehrt aufs Pferd
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  22. Nach oben    #15

    66 Jahre alt
    aus im Vogelsberg
    1.914 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    1.311
    Zitat Zitat von kunibert Beitrag anzeigen

    .
    Da hatte aber vorher Buba mit Freunden den Weg freigeschnitten.
    Das hatte seinerzeit zu intensiver und unerfreulicher Diskusion geführt, wenn ich mich recht erinnere.
    Leider schreibt Buba nicht mehr hier.

  23. hartmut´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  24. Nach oben    #16
     Unterstützer/in Avatar von kunibert
    84 Jahre alt
    aus Wien
    4.118 Beiträge seit 10/2018
    Danke
    4.386
    Du erinnerst dich richtig. Da wurde über viele Dinge endlos gestritten. Schade um die Zeit und die Kraft.

    Ich bin froh, dass hier Diskussionen lieber zu früh abgebrochen werden und danke allen inklusive Moderator für Verständnis und Disziplin.
    Und der Ritter Kunibert, setzte sich verkehrt aufs Pferd
    Wollte er nach hinten sehn, braucht er sich nicht umzudrehn

  25. kunibert´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  26. Nach oben    #17

    66 Jahre alt
    aus im Vogelsberg
    1.914 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    1.311
    Das Abbrechen von Diskussionen begrüße ich nicht. sondern wünsche mir die Disziplin, ausschließlich durch Quellen untermauerte Beiträge zu verfassen.

  27. Nach oben    #18
     Unterstützer/in Avatar von kunibert
    84 Jahre alt
    aus Wien
    4.118 Beiträge seit 10/2018
    Danke
    4.386
    Ein guter Vorsatz fürs neue Jahr. Danke.

    Freuen wir uns auf fruchtbare und qualitative Diskussionen. Aber brechen wir sie lieber zu früh ab als zu spät.
    Und der Ritter Kunibert, setzte sich verkehrt aufs Pferd
    Wollte er nach hinten sehn, braucht er sich nicht umzudrehn

  28. kunibert´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  29. Nach oben    #19

    49 Jahre alt
    14 Beiträge seit 12/2022
    Danke
    139

    Der "Canal Seco" von Benchijigua – Ein Monument der Wasser-Privatisierung

    Vielen Dank an Guido für die Wander-Initiative! Ich durfte mich zusammen mit den anderen Mitstreitern durch Opuntien und Agaven kämpfen und möchte hier noch einen kurzen historischen Abriss zu diesem Kanal nachreichen:

    Wer heute durch den Hang oberhalb von Benchijigua wandert, trifft auf dieses massive, rätselhafte Bauwerk aus Beton: einen riesigen Kanal, der staubtrocken am Hang klebt und oft als "Canal Seco" bezeichnet wird. Wir wandern hier auf den Spuren eines rücksichtslosen Wirtschaftskrieges um das "blaue Gold" von La Gomera.

    Die Akteure: Der Kampf um den Süden
    Wir haben bereits den Palmero Duque Martínez kennengelernt, der das Wasser von Erque und Erquito nach La Dama umleitete. Ein weiteres Schwergewicht war der Großgrundbesitzer Álvaro Rodríguez López aus Teneriffa, der mit 1.400 Hektar (vor allem westlich des Barranco de Santiago, inklusive des Geländes des alten Flughafens) der größte private Landeigentümer der Insel war.
    Direkt hinter ihm folgte die norwegische Gruppe unter der Leitung der Familie Olsen. Sie etablierte sich im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts in der südlichen Region um Playa de Santiago und besaß im Jahr 1957 bereits 807 Hektar Land.

    Der Ort: "Dort, wo das Wasser ist"
    Der Name des Tals ist Programm. In der Sprache der Guanchen bedeutet Benchijigua übersetzt "Dort, wo das Wasser ist". Seit Jahrhunderten versorgten die Quellen am Fuße des Roque Agando die Bauern auf der Finca Benchijigua und im Tal. Das Wasser wurde gerecht über das sogenannte "Dula"-System verteilt – jeder bekam reihum sein Zeitfenster zur Bewässerung. Doch dieses uralte System kollidierte Anfang des 20. Jahrhunderts mit neuen, kapitalistischen Interessen.

    Die "Olsen-Bande" und der Angriff auf das Wasser
    Schon früh im 20. Jahrhundert (ab ca. 1904) betrat der neue Spieler die Bühne: Die norwegische Reeder-Familie Olsen (auf der Insel auch "La Agrupación Noruega" genannt). Wie auch der Spiegel in einem Artikel über die "Olsenbande" beschrieb, kauften die Norweger strategisch klug Ländereien auf. Ihr Ziel war aber nicht die Landwirtschaft oben auf der Finca, sondern der Aufbau riesiger Bananen- und Tomatenplantagen unten an der trockenen Küste (Lomada de Tecina / Playa de Santiago) für den Export. Dafür brauchten sie das Wasser von oben.

    Das Bauwerk: Ein Denkmal der Enteignung
    Der Betonkanal, auf dem wir gewandert sind, ist das physische Werkzeug dieser Umverteilung. Anders als gelegentlich vermutet, ist dies kein modernes Fehlprojekt der 80er Jahre. Historische Luftaufnahmen von Grafcan zeigen den Kanal bereits 1957. Er ist Teil der Infrastruktur, die Olsen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts errichtete.
    Der Kanal wurde gebaut, um das Wasser direkt an den Quellen ("Nacientes") in Benchijigua abzufangen und an den Feldern der Kleinbauern vorbei direkt zur Küste zu leiten. Das Dokument „La cuestión del agua en La Gomera“ belegt, wie das gelang: 1923 erwirkte Olsen eine staatliche Verwaltungskonzession. Damit wurde das private Wasserrecht faktisch über das Gewohnheitsrecht der Bauern gestellt.

    Vom Bauer zum Tagelöhner
    Im Laufe der Zeit erlahmte der Widerstand der Wassernutzer ("Irrigatoren") in den beiden großen Becken der Region (Benchijigua-Santiago und Imada-Guarimiar). Sie gaben schließlich auf, da sie nicht nur alle Prozesse bei den verschiedenen staatlichen Stellen verloren, sondern oft auch in eine wirtschaftliche Abhängigkeit gerieten: Viele arbeiteten inzwischen als billige Arbeitskräfte auf den Plantagen ebendieser Unternehmen. Sie mussten Konfrontationen vermeiden, wenn sie ihren Job behalten wollten. Es war die bittere Ironie des Schicksals, dass der Reichtum der Großgrundbesitzer auf La Gomera genau auf Kosten jener entstand, die nun für sie arbeiteten.

    Warum ist der Kanal "Seco" (trocken)?
    Wir haben im Kanalbett noch stehende Querwände aus Beton entdeckt, die oft nur ein kleines Durchgangsloch besitzen. Diese "Rippen" dienen beim Bau zur Stabilisierung der Wände und müssten eigentlich entfernt werden, damit große Mengen Wasser ungehindert fließen können. Dass sie noch stehen, lässt nur einen Schluss zu: Dieser spezifische Abschnitt des offenen Kanals ging vermutlich nie vollständig als offenes Gerinne in Betrieb.
    Vermutlich merkte man bald nach dem Bau, dass ein offener Kanal zu viel Wasser durch Verdunstung und Undichtigkeiten verliert. Das Wasser wurde, sobald es technisch möglich war, direkt in Rohrleitungen verlegt (die heute teils auf anderer Trasse verlaufen), während die teure Betonhülle als ungenutztes Monument in der Landschaft zurückblieb.

    Der Weg durch den Barranco de Benchijigua ist eine Reise in die Wirtschaftsgeschichte. Was wie eine staatliche Bauruine aussieht, ist in Wahrheit das private Erbe der Familie Olsen. Wir sind auf dem Versuch gewandert, das Wasser des Tals zu monopolisieren – gebaut vor fast 100 Jahren, um Bananen in der Wüste von Tecina wachsen zu lassen.

    Quellen:
    La cuestión del agua en La Gomera (Jerez/Onésimo)
    https://www.historiaagraria.com/FILE...ez_Onesimo.pdf

    Der Spiegel: Die Olsenbande
    https://www.spiegel.de/reise/europa/...-a-702198.html
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  30. Pingu´s Beitrag erhielt 13 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  31. Nach oben    #20

    1.998 Beiträge seit 12/2019
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    1.902
    Gestern sind der Borusse und ich den Kanal auf der anderen Seite weiter gelaufen, bis zur Piste, die zu einem verfallenen Haus führt.
    Für die 2 km Wasserkanal haben wir über 3 Stunden gebraucht. Er ist ziemlich zugewachsen und auf den alten brüchigen Platten auf dem Kanal muss man sehr vorsichtig gehen. Wir sind jeder einmal in den Kanal eingebrochen. Es gibt auch einige ausgesetzte Stellen.
    Wem schon die ersten 50m zu gefährlich aussehen, sollte nicht weiter gehen.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken


  32. Guido´s Beitrag erhielt 10 mal Dank und/oder Zustimmung von:


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