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Thema: Vulkanische Aktivitäten auf La Palma

  1. #265
    Avatar von Crazy Horse
    aus Dülmen/ Münsterland/ Westfalen
    1.917 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    697
    Zitat: "In einer Million Jahren rätseln die Next-Generation-Archäologen, was das für ein Tempel gewesen sein muss.
    Bestimmt was mit Opferritualen und so ..."

    Zitat Zitat von mago89 Beitrag anzeigen
    Na ja, wenn es die Menschheit dann noch geben sollte (ich bin da eher sketisch) wird es wohl für die Archäologen nicht so schwer sein diese Rätsel zu lösen. Es werden heute schon so genannte RFA Hand-Analysatoren eingesetzt mit denen man die genaue Elemetzusammensetzung direkt am Objekt bzw. Befund ablesen kann. Desweiteren gibt es mittlerweile auch moderne Bodenradargeräte (keine Metalldedektoren) mit denen man die archäologischen Befunde als Anomalien bis zu einer gewissen Tiefe im Boden sichtbar machen kann. Das nennt sich dann Geophysik.
    Ich meinte mit Next-Generation-Archäologen auch die einer neuen Spezies, nachdem die Menschheit ausgestorben und alles Wissen verloren gegangen war.
    Makaber aber vmtl. zutreffend. 1 Mio. Jahre ist sehr weit weg von heute.

    Wie wird man den Sportplatz von La Laguna archäologisch interpretieren?
    Der wurde heute nämlich zur Hälfte geschluckt:

    Lava kassiert den Sportplatz von La Laguna.jpg
    Lava kassiert den Sportplatz von La Laguna 2.jpg

  2. Nach oben    #266
    Avatar von Johanna68
    53 Jahre alt
    171 Beiträge seit 11/2020
    Danke
    148
    Ein beeindruckendes und zugleich beängstigendes Video vom spanischen geologischen Institut mit Blick in den "Höllenschlund":
    https://www.youtube.com/watch?v=os19CvV8wLo

  3. Johanna68´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  4. Nach oben    #267
    Avatar von mago89
    aus Aachen
    174 Beiträge seit 10/2016
    Danke
    137
    "Ich meinte mit Next-Generation-Archäologen auch die einer neuen Spezies, nachdem die Menschheit ausgestorben und alles Wissen verloren gegangen war."

    Ja, ok, die werden mit Sicherheit Schwierigkeiten haben die seltsamen Hinterlassenschaften des Homo Sapiens Sapiens richtig zu interpretieren. Vielleicht ist es ja aber auch eine "primitivere Spezies" und sie bewundern unsere vergangene "Hochkultur".

  5. mago89´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  6. Nach oben    #268
    Avatar von Wanderbär
    78 Jahre alt
    aus Im Süden des Nordens
    415 Beiträge seit 01/2020
    Danke
    156
    Zitat Zitat von Crazy Horse Beitrag anzeigen
    Wie am Volcán Negro auf Teneriffa!

    In einer Million Jahren rätseln die Next-Generation-Archäologen, was das für ein Tempel gewesen sein muss.
    Bestimmt was mit Opferritualen und so ...
    Von der schwarzen Asche wird wohl schon in einigen Monaten nichts mehr zu sehen sein.
    Laut La-Palma-Forum wird der Platz vor der Tankstelle von Las Manchas (nicht Jedey!) als Zwischenlager für die Asche benutzt, die der palmerische Straßendienst von den Straßen der Umgebung geräumt hat.
    https://lapalmaforum.info/viewtopic.php?p=39412#p39412

    Ein wenig erinnern mich die Bilder an einige Plätze in meinem Wohnort Anfang Februar 2021, nur war es damals keine schwarze Asche sonder mehr oder wenig weiße Schnee.

  7. Wanderbär´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:

    Lee

  8. Nach oben    #269
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    65 Jahre alt
    aus Agulo
    4.005 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    5.040
    Ah, ein Zwischenlager also.
    Aber trotzdem: wohin mit dem ganzen Zeug?

  9. Nach oben    #270
    Avatar von Crazy Horse
    aus Dülmen/ Münsterland/ Westfalen
    1.917 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    697
    Zitat Zitat von Johanna68 Beitrag anzeigen
    Ein beeindruckendes und zugleich beängstigendes Video vom spanischen geologischen Institut mit Blick in den "Höllenschlund":
    https://www.youtube.com/watch?v=os19CvV8wLo
    Ja! Sehr beeindruckend!

    Ich habe auch ein Problem damit, die Faszination Vulkanismus zu erleben aber gleichzeitig das Leid der Bevölkerung sehen zu müssen.

    ... aber shit happens nunmal auf einer Vulkaninsel!

    Auf Island ist das nicht anders - und auf den ital. Inseln Stromboli oder Vulcano, von dem der Name Vulkan abgeleitet wurde, sogar tägliches Risiko.

  10. Nach oben    #271

    59 Jahre alt
    aus Norddeutschland
    299 Beiträge seit 11/2007
    Danke
    465
    Zitat Zitat von Crazy Horse Beitrag anzeigen

    ... aber shit happens nunmal auf einer Vulkaninsel!

    Auf Island ist das nicht anders - und auf den ital. Inseln Stromboli oder Vulcano, von dem der Name Vulkan abgeleitet wurde, sogar tägliches Risiko.
    Ja, das stimmt natürlich. Aber die genannten Inseln taugen bis auf Island nur bedingt als Vergleichs und Relativierungs-Inseln da bei den letzten Ausbrüchen auf diesen Inseln nur relativ wenig Siedlungsgebiete in der Art und dem Umfang wie gerade auf La Palma betroffen waren.

    Und die Laki- Spalten Eruption auf Island von 1783/84 lassen wir mal lieber außen vor, da sie kein regionales Ereignis mehr war, sondern auch zu einer deutlich gesteigerten Sterblichkeit in Irland, England und Nord-Mitteleuropa geführt hat.

    Die Folgen werden relativ dramatisch sein für die Insel, da ein Teil der Infastruktur auf längere Sicht komplett unterbrochen sein wird. Zudem verlieren sehr viele Menschen gerade nicht nur ihre Häuser und Grundstücke, und damit ihre teils jahrhundertelange Familientradition, sondern auch ihre kompletten Barrios und damit ihre Sozialisation. Die Inselregierung investiert momentan wohl sehr viel Geld und Energie in die Anmietung von Wohnungen und die Erstellung von Fertighäusern, aber seine Barrios und seine langjährigen Nachbarn kann man halt nicht mitnehmen. Und touristisch, und damit als Standortvorteil wird der neue Vulkan auch auf kurze Sicht nicht nutzbar sein, da die Region um den Vulkan herum selbst nach dem beruhigen des Vulkans aus Sicherheitsgründen erst einmal Sperrgebiet bleiben wird.

    Für Vulkan-Faszination bleibt da momentan nur wenig Raum meiner Meinung nach, eher für vulkanisches Entsetzen....

  11. Lee´s Beitrag erhielt 5 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  12. Nach oben    #272
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    65 Jahre alt
    aus Agulo
    4.005 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    5.040
    https://www.facebook.com/PlanetaCana...9184848823811/
    Das ist grade die tägliche Arbeit von vielen Menschen im Aridanetal: Dächer frei schaufeln.
    Sie werden unterstützt von Soldaten und Feuerwehrleuten.

  13. Fritzlore´s Beitrag erhielt 4 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  14. Nach oben    #273
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    65 Jahre alt
    aus Agulo
    4.005 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    5.040
    Grade gab es wieder ein Beben tief unter Mazo in der Stärke 4,5. Das Beben war auf der ganzen Insel zu spüren. Bereits gestern gab es da ein Beben von 4,5. Das sind die bisher stärksten Beben.

    http://www.ign.es/web/ign/portal/ult...21ufagf&zona=1
    Geändert von Gomeraforum (Gestern um 09:46 Uhr) Grund: Quelle hinzugefügt

  15. Fritzlore´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  16. Nach oben    #274
    Avatar von Wildfremder
    aus dem Münsterland
    124 Beiträge seit 03/2020
    Danke
    36
    https://www.spiegel.de/reise/la-palm...5-fe7a2317ace4

    Deutscher auf La Palma
    »Man kann nicht schlafen, die Scheiben zittern«

    Seit Wochen spuckt der Vulkan Cumbre Vieja Lava – ein Ende ist nicht in Sicht. Wie geht es den Menschen vor Ort? Videointerview mit Simon Märkle, der mit seiner Familie seit zehn Jahren auf La Palma lebt.


  17. Wildfremder´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  18. Nach oben    #275

    aus Selva Negra
    159 Beiträge seit 01/2020
    Danke
    75
    Mit Drohnen werden mittlerweile Hunde gefüttert die auf einem Hausdach von der Lava eingeschlossen sind

  19. Zugvogel´s Beitrag erhielt 3 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  20. Nach oben    #276
    Avatar von mago89
    aus Aachen
    174 Beiträge seit 10/2016
    Danke
    137
    Zitat Zitat von Fritzlore Beitrag anzeigen
    Grade gab es wieder ein Beben tief unter Mazo in der Stärke 4,5. Das Beben war auf der ganzen Insel zu spüren. Bereits gestern gab es da ein Beben von 4,5. Das sind die bisher stärksten Beben.
    Das diese starken Beben meistens unterhalb von Mazo stattfinden muss nicht heißen, dass dort mit einer weiteren Eruption zu rechnen ist. Eher ist es so, dass in dem Areal tief unter Erde (35 - 40 km) der Tunnel bzw. Zufluss verläuft, der die Magmakammer des Vulkans mit neuem Magma versorgt. Die aufsteigende Magma erzeugt so einen starken Druck, dass es dort immer wieder zu stärkeren Beben kommt. Ich habe heute gelesen, dass 1000 Soldaten zur Unterstützung der Katastrophenhelfer angekommen sind und ein Tankschiff, dass die Bewässerung der abgeschnitten Plantagen übernehmen soll. Mit einer Entspannung der Lage ist wohl leider vorerst noch nicht zu rechnen.

  21. mago89´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  22. Nach oben    #277
    Avatar von Wildfremder
    aus dem Münsterland
    124 Beiträge seit 03/2020
    Danke
    36

  23. Wildfremder´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  24. Nach oben    #278
    Avatar von mago89
    aus Aachen
    174 Beiträge seit 10/2016
    Danke
    137
    Meine Güte, vor gut einer Stunde hat der Vulkan ein riesige Lavawelle freigesetzt. Beängstigend.
    https://www.youtube.com/watch?v=Yg3QzGjMMpk
    https://www.youtube.com/watch?v=blMM6gxDTMs
    Geändert von mago89 (Gestern um 16:24 Uhr)

  25. mago89´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  26. Nach oben    #279
    Avatar von KiSa
    51 Jahre alt
    aus Norddeutschland, kurz vor Hamburg
    41 Beiträge seit 10/2020
    Danke
    14
    Mir macht das auch Angst, hoffentlich geht das für die umliegenden Inseln gut.

  27. Nach oben    #280
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    65 Jahre alt
    aus Agulo
    4.005 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    5.040
    Mir macht das auch Angst, wir können nur abwarten und doch auf ein baldiges Ende hoffen.

    Noch ein Beispiel für das wirklich sehr gute Krisenmanagement der Spanier:

    Auf La Palma sucht die Regierung derzeit im Ariadnetal und auf der gesamten Insel nach brachliegenden Flächen,
    die kultiviert werden könnten. Besonders Bananenplantagen hat die Lava zerstört.
    Sobald es eine Aufstellung möglicher landwirtschaftlich nutzbarer Flächen auf der gesamten Insel gibt und deren Besitzverhältnisse geklärt sind, sollen sie an lokale Bauern vergeben werden, die alles verloren haben. Das soll ihnen wieder eine Zukunftsperspektive geben.

  28. Fritzlore´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  29. Nach oben    #281
    Avatar von Wanderbär
    78 Jahre alt
    aus Im Süden des Nordens
    415 Beiträge seit 01/2020
    Danke
    156
    Zitat Zitat von KiSa Beitrag anzeigen
    Mir macht das auch Angst, hoffentlich geht das für die umliegenden Inseln gut.
    Um La Gomera dürfte man sich die wenigsten Sorgen machen müssen. Bei Hans-Ulrich SCHMINCKE, Vulkanismus, 2. Aufl., 2000, S. 76, heißt es:

    Alle Kanarischen Inseln mit Ausnahme von La Gomera sind vulkanisch aktiv oder im Holozän ausgebrochen.
    Holozän = geologische Gegenwart nach dem Ende der letzten Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren.

  30. Nach oben    #282
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    65 Jahre alt
    aus Agulo
    4.005 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    5.040
    Stimmt, Wanderbär.
    Aber wie sieht es mit Teneriffa und El Hierro aus?
    Unterirdisch bzw unter dem Meer sind die doch eh alle miteinander verbunden.

    Vor wenigen Minuten hat sich ein weiterer Krater geöffnet, südöstlich der bisherigen Öffnung. Wo genau weiß ich noch nicht. Der neue Krater spuckt im Moment Gas, Qualm und Wasserdampf.

    https://twitter.com/involcan/status/1449103436692299779
    https://twitter.com/VolcansCanarias/...94909928091657
    Geändert von Gomeraforum (Gestern um 21:32 Uhr) Grund: Quellen verlinkt

  31. Nach oben    #283
    Forumsleitung Avatar von Gomeraforum
    49 Beiträge seit 10/2005
    Zitat Zitat von mago89 Beitrag anzeigen
    Meine Güte, vor gut einer Stunde hat der Vulkan ein riesige Lavawelle freigesetzt. Beängstigend.
    https://www.youtube.com/watch?v=Yg3QzGjMMpk
    Besagter Lavafluss auf dem Video bei euronews ist bereits über einen Tag her und nicht "vor gut einer Stunde". Die Originalquelle ist: https://twitter.com/involcan/status/1448760790413193224

    Bitte nutzt vorrangig offizielle Quellen. Beispielsweise die, die ich vor Tagen hier verlinkt hatte:
    https://www.gomeraforum.de/showthrea...6342#post26342

    Danke

  32. Nach oben    #284
    Avatar von mago89
    aus Aachen
    174 Beiträge seit 10/2016
    Danke
    137
    Zitat Zitat von Gomeraforum Beitrag anzeigen
    Besagter Lavafluss auf dem Video bei euronews ist bereits über einen Tag her und nicht "vor gut einer Stunde". Die Originalquelle ist: https://twitter.com/involcan/status/1448760790413193224

    Bitte nutzt vorrangig offizielle Quellen. Beispielsweise die, die ich vor Tagen hier verlinkt hatte:
    https://www.gomeraforum.de/showthrea...6342#post26342

    Danke
    Na ja, da hat Euro-News wohl etwas geschummelt. Fakt ist jedenfalls, dass es heute Nachmittag einen ähnlich massiven Lavaausfluss gegeben hat. Ich habe ihn selbst live in der Live-Webcam von TV-Canarias gesehen. GranCanariaTV hat übrigens heute einen ausführlichen Bericht darüber gebracht
    https://www.youtube.com/watch?v=VUHpk3R0sZQ

  33. mago89´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  34. Nach oben    #285
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    65 Jahre alt
    aus Agulo
    4.005 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    5.040
    Seit Tagen schon werden 4 von den Lavazungen eingeschlossene Hunde per Drohnen mit Wasser und Nahrung versorgt. Nun plant man, sie mittels Lastendrohnen aus der Gefahrenzone zu retten. Ob das gelingt?

  35. Nach oben    #286
    Avatar von Wildfremder
    aus dem Münsterland
    124 Beiträge seit 03/2020
    Danke
    36
    Samstag, 16. Oktober 2021, Deutschland / Panorama FR

    Von Martin Dahms

    Manchen Menschen auf La Palma wird es zu viel mit den schlechten Nachrichten. „Die Insel La Palma ist ein sicheres Gebiet“, schreiben acht Inselverbände in einem am Freitag verteilten Aufruf. „Wir führen alle ein normales Leben, wenn auch tief traurig und besorgt um die Betroffenen des Vulkans, der noch nicht einmal einen Namen hat.“ Unternehmen, Restaurants, Hotels, Transportbetriebe arbeiteten weiter wie bisher. „Wir brauchen es mehr denn je, dass Besucher kommen und uns helfen, diese Naturkatastrophe zu überstehen, die acht Prozent unseres Territoriums betrifft.“

    Es kommt aber keiner. Die Inselhotels sind zu 15 Prozent belegt. Und das gerade jetzt, wo La Palma hoffte, wie die anderen Kanarischen Inseln endlich aus dem Pandemie-Tal herauszukommen. Doch die Touristinnen und Touristen sind zurückhaltend. Womöglich eher aus Pietät als aus Furcht ums eigene Wohlbefinden: Es scheint nicht richtig zu sein, dort sorglos Urlaub zu machen, wo so viele Menschen jeden Tag in tiefer Sorge leben.

    „Heute Morgen bekomme ich fast einen Herzinfarkt, als der Postbote an der Tür klingelt“, erzählt Senaida, eine Inselbewohnerin, am Donnerstag einem Reporter von „El País“. „Ich dachte, es sei die Guardia Civil, die uns aus dem Haus holt.“ Senaida wohnt mit ihrem Mann am Rande des Sperrgebiets rund um den Lavastrom, der sich vom Vulkan hinab ins rund sechs Kilometer entfernte Meer ergießt. Aber ein Lavastrom ist kein Fluss, der sein Bett gefunden hat, sondern ein bewegliches Wesen, das stets neue Wege sucht. Diese Woche mussten 800 Menschen in der Siedlung La Laguna ihre Häuser vorsorglich verlassen, weil sich eine neue Lavazunge näherte. An die 7000 Palmeros teilen dieses Schicksal. Senaida fürchtet, eine der nächsten zu sein.

    „Die betroffene Fläche summiert sich auf 674 Hektar“, berichtet die Inselverwaltung am Donnerstagabend. 34 Hektar mehr als am Vortag. Knapp ein Prozent der Inselfläche hat die Lava in den vergangenen vier Wochen unter sich begraben. Und der Vulkan hört nicht auf zu sprudeln. „Wir hatten etwas bescheideneren Lavaausstoß und Dauer erwartet“, sagt die spanische Chefgeologin Juana Vegas in einem Radiointerview am Freitagmorgen. Was sie aber am meisten umtreibt, ist, dass die Lava mitten in bewohntes und landwirtschaftlich genutztes Gebiet hineinströmt. „Das unterscheidet diesen Ausbruch von anderen in der Vergangenheit“ – jedenfalls auf La Palma.

    Auch nach knapp vier Wochen hält der Vulkan noch Überraschungen bereit. Am Donnerstagabend sprudelt er so heißflüssig wie nie. Das Vulkanologische Institut der Kanaren stellt Bilder davon ins Netz und spricht von einem Lava-“Tsunami“ von „beeindruckender Geschwindigkeit“. Zugleich bebt die Erde weiter. Erst am Donnerstag-, dann am Freitagmorgen, jeweils mit Stärke 4,5, so heftig wie nie in den vergangenen Wochen. Und heftig genug, dass nicht nur die Seismografen die Erdstöße spüren, sondern auch die Menschen.

    Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat die Insel in diesen vier Wochen schon viermal besucht. Am Donnerstagabend sagt er in einem Fernsehinterview: „Wir werden so lange dort sein, bis wir 100 Prozent dessen wieder aufgebaut haben, was der Vulkan zerstört hat.“ Er ist nicht er einzige, der Zukunftspläne macht. Während die einen, wie Senaida, jedem Tag „beklommen und voller Angst“ entgegenblicken, wollen sich andere lieber heute als morgen an den Wiederaufbau machen. Einer von ihnen, der Architekt José Henry aus dem von der Lava verschlungenen Dorf Todoque, macht seinen alten Nachbarinnen und Nachbarn mit dieser Botschaft Mut: Alles soll wiedererstehen, Haus für Haus, keines mehr, keines weniger, „mit der Kirche, der Apotheke, dem kleinen Laden, dem Platz“. Den Leuten tut es gut, so etwas zu hören.

    Auch die Bananenbauern lassen sich nicht unterkriegen. Rund 60 Hektar ihrer Plantagen hat sich der Vulkan bisher genommen. Den 52-jährigen Valentín Gonzalo schreckt das nicht. „Das hacken wir wieder auf“, sagt er einem Reporter von „El Mundo“. „Oder wir sprengen es. Und dann wird wieder angepflanzt, und ob! Du wirst schon sehen, wie hier wieder angepflanzt wird!“ Die einzige Sorge der Landwirt:innen ist, dass jemand auf die Idee kommen könnte, das Lavagebiet zum Naturpark zu erklären. „Sie können uns unser Land nicht wegnehmen“, sagt Antonio Pages, ebenfalls Bananenbauer. „Der Vulkan zerstört, das ist wahr, aber er gibt uns auch eine Chance. Dieses Land wird in einigen Jahren sehr fruchtbar sein.“ Wenn man die Bauern nur machen lässt.


    Las Manchas: Ein Haus ist mit der Asche des Vulkans bedeckt. Saul Santos/dpa
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  36. Wildfremder´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  37. Nach oben    #287
    Avatar von erimitano
    aus nähe Hamburg
    329 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    750
    Hallo..
    Nachrichten v.15.10.ten...
    https://youtu.be/4bqL6jJu2jo
    leider


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