Zum Roman von Günter Finger...

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Thema: Stromversorgung und Energiewende auf La Gomera

  1. #100
    Avatar von el corredor
    54 Jahre alt
    aus Hessen
    1.762 Beiträge seit 08/2020
    Danke
    1.552
    Ich darf an dieser Stelle nochmal die von Mirko aufgezeigte Seite ins Spiel bringen.

    https://app.electricitymaps.com/zone/ES-CN-IG

    Dort sieht man dass maximal 2 mw eingespeist werden aus den Windanlagen. Selbst bei starkem Wind. Nehmen wir die Nennleistung von 2.5 MW x 5, solten eigentlich im Besten Fall 12.5 mw eingespeist werden. Ich hatte letztes Jahr mal den Betreiber des Stromnetztes und andere an der Stromversorgung beteiligte Unternehmen angeschrieben, wg. dieser Diskrepanz zwischen soll und ist Wert. Der einzige der antwortete war der Netzbetreiber, der meinte er könne sich dazu nicht äußern. Meine Vermutung, die Teile sind nicht alle angeklemmt.
    Wenn man aus San Sebastián raus fährt Rochtung Kläranlage, ist ein Neubau zu erkennen, der aussieht wie ein Umspannwerk. Evtl. ist das dann das fehlenede Puzzleteil?

  2. el corredor´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  3. Nach oben    #101
    Avatar von Hohenzoller
    60 Jahre alt
    aus Sigmaringen, wohnhaft in München
    19 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    58
    Man kann nicht einfach die Energie aus den Windkraftanlagen ins Netz einspeisen, dazu ist das Netz auf La Gomera zu klein. Wenn keine 12 MW gebraucht werden, auf der Insel, kann man die auch nicht einspeisen.
    Dann muss das Windkraftrad auf "Durchzug" gestellt werden, sprich, die Flügel drehen sich aus dem Wind.
    Es gibt einen "Taktgeber", der eine Netzfrequenz von 50,00Hz vorgibt. Das ist das Kraftwerk in San Seb. Alle Windräder/Fotovoltaikanlagen/Wasserkraftwerk usw. müssen sich an diesen Takt halten. Nur wenn die Frequenz unter 50,00Hz sinkt, dürfen andere Kraftwerke versuchen, die Frequenz zu erhöhen, sprich, Energie ins Netz abzugeben. Dummerweise weiss das Kraftwerk in SanSeb nicht, wo gerade Wind blässt oder die Sonne scheint und produziert selber weiter kräftig Strom und hält somit die Netzfrequenz hoch.
    Also keine Chance, das Windkraftwerke usw. auf La Gomera effizient genutz werden können.
    Es gibt mehrere Lösungsmöglichkeiten:
    1. Akkus als Energiespeicher. Sehr teuer.
    2. Wasserspeicher. Eine Pumpe befördert Wasser aus dem Atlantik in einen hoch gelegenen Baranco. Könnte mit einer Entsalzungsanlage kombiniert werden. (Mein Favoriet).
    3. Drosselung der Generatoren in SanSeb, ist die einfachste Art, bedarf aber eines ausgeklügelten Eneriesystems, was es noch nicht gibt. Dazu gehören mehrere Ringleitungen, Kommunikatiossysteme, Hochspannungsleitungen...
    4. Anschluß an ein größeres, bereits ausgebautem Netz. Das ist der aktuelle Plan: ein Seekabel von SanSeb nach Adeje auf Teneriffa. Macht Sinn. Somit könnte das Kraftwerk in SanSeb komplett abgeschalten werden und die Zentrale Stromversorgung geht über Teneriffa. Bedeutet: Herscht Wind und scheint die Sonne, fließt Strom vom Gomera nach Teneriffa, Nachts und bei Flaute, bekommt La Gomera Strom von Teneriffa. Bedeutet aber auch, das Netz auf Gomera muß ausgebaut werden.

    Alle 4 Möglichkeiten kosten viel Geld.

  4. Hohenzoller´s Beitrag erhielt 7 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  5. Nach oben    #102
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    69 Jahre alt
    aus Agulo
    9.957 Beiträge seit 12/2019
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    Das habe sogar ich Technik-Versager jetzt verstanden. Danke, Hohenzollern.

    Das Kabel legen sie ja bereits. Man darf gespannt sein.

  6. Fritzlore´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  7. Nach oben    #103
    Avatar von Hohenzoller
    60 Jahre alt
    aus Sigmaringen, wohnhaft in München
    19 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    58
    Es gibt übrigens einige "Horror" Geschichten aus D, warum Windkraftanlagen, Solarparks usw. sich nicht lohnen.
    Hier ein Beispiel:
    Eine Firma in meiner Heimat Schwaben hat sich eine Photovolaikanlage auf den Dächern der Produktionshallen installert. 100kWh, ganz ordentliche Leistung. Aber: Solch große Anlagen dürfen nicht privat betrieben werden und müssen von einem Energieversorungsunternehmen geregelt werden, wenn sie an das öffentliche Netz angeschlossen werden wollen.
    Dabei tritt folgendes Problem auf:
    Wenn der Energieversorger die Power nicht braucht, schaltet er die Anlage ab. Der Betreiber der Anlage muß dann den Strom, den er gerade selber braucht, teuer einkaufen, obwohl er sich eigentlich selber versorgen könnte. Totaler Schwachsinn, leider. Lösung ist, die Anlage splitten, auf kleinere Leistungen. Aber: Dann braucht man mehrere Wechselrichter, was wieder mehr Geld/Investitionen kostet.
    Hintergrund: In D kommt der Strom noch von Dampfturbinen. Also Kohlekraftwerke oder AKWs. Wasserdampf muß direkt in die Turbinen geleitet werden, sonst wurden die Kohlen/Brennstäbe umsonst verbrannt. Man kann die Prouktion von Wasserdampf nicht so mal schnell runterfahren, die Kohle brennt, der Heizstab glüht... Wenn also der Energiebedarf sinkt, werden erst die privaten/externen Energielieferanten vom Netz genommen und erst der eigene Strom verkauft. Dann, wenn da immer noch zuviel Energie produziert wird, geht der Strom ins Ausland (wenn den einer für kleines Geld abnimmt). Als nächstes werden dann die eigenen Offshore Windanlagen abgedreht...

    Warum gibt es keine Balkonkraftwerke auf La Gomera?
    In D gibt es immer mehr sogenannte Balkonkraftwerke. Das sind Solarpanels bis 800W, die man sich an den Balkon hängt und Energie ins öffentlich Netz einspeisen kann, wenn man gerade keine 800W selber braucht. Coole Sache. Aber warum gibt es sowas nicht auf der mit Sonne verwöhten Insel La Gomera?
    Ich weiss es nicht, vermute aber folgendes:
    Die Stromzähler lassen es nicht zu, den Stromverbrauch "Rückwärts" zu messen.
    Das ist in D anders.
    Die Stromzähler in D können sich anders rum drehen, sprich, der Zählerstand geht zurück.
    Das funktioniert bei allen Zähler mit dem sich drehenden Radl. Legal ist das aber nur bei Zähler mit dem "links/rechts" Pfeil Symbol. Funzt aber bei den ohne auch.
    Auf La Gomera gibt es nur die digitalen Stromzähler, die auch Nachtstrom/Tagstrom/Billigstrom registrieren. Und das nur in eine Richtung: zum Verbraucher hin. Also macht ein Balkonkraftwerk Null Sinn.
    Eigentlich schade, ich finde das eine tolle Idee.

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  9. Nach oben    #104
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    69 Jahre alt
    aus Agulo
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    Unser Inselpräsident ließ übrigens grade heute noch verlauten, dass man noch bis zum 10.1. einen Antrag auf Zuschüsse zu Fotovoltaik-Anlagen stellen kann...

    https://x.com/CurbeloCasimiro/status...25386479821175

    Es stehen 500 000 € dafür zur Verfügung und man kann bis zu 60 % der Kosten bezuschusst kriegen.

    https://www.lagomera.es/noticia/el-c...a-fotovoltaica


  10. Nach oben    #105

    199 Beiträge seit 10/2022
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    Zitat Zitat von Hohenzoller Beitrag anzeigen
    Warum gibt es keine Balkonkraftwerke auf La Gomera?
    Es gibt auf La Gomera nicht sonderlich viele Hochhäuser mit Balkonen. Auch erlauben manche Eigentümergemeinschaften keine Balkonkraftwerke.

    Einige Balkonkraftwerke gibt es aber schon. Ich habe zum Beispiel 2 Photovoltaikpanels auf meiner Dachterrasse.

    Zitat Zitat von Hohenzoller Beitrag anzeigen
    Die Stromzähler lassen es nicht zu, den Stromverbrauch "Rückwärts" zu messen.
    Das stimmt nicht. La Gomera ist komplett mit modernen digitalen Stromzählern ausgestattet, welche den Strom in beiden Richtungen messen können.

    In technischer Hinsicht kann also jeder ein Balkonkraftwerk installieren. Wenn man das Balkonkraftwerk dann beim Stromversorger anmeldet, bekommt man dann sogar Geld für den ins Netz eingespeisten Strom (z.B. 10 Cent pro kWh bei der Endesa).

    Das Problem dürfte ein anderes sein. Der Strom auf La Gomera ist im Vergleich zu Deutschland sehr billig. Bei neuen Verträgen bezahlt man etwa 16 Cent pro kWh, bei Altverträgen teilweise sogar weniger als 10 Cent pro kWh. Da dauert es deutlich länger, bis sich ein Balkonkraftwerk amortisiert - auch weil die Preise für die Balkonkraftwerke auf La Gomera deutlich höher sind als in Deutschland.

  11. Mirko´s Beitrag erhielt 4 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  12. Nach oben    #106
    Avatar von el corredor
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    Unser Vermieter in Vueltas hat seine ganze Dachterasse komplett mit Solarzellen voll gepackt.
    Nicht weil es billig ist, sondern weil er was machen will. Er merkt dass das Klima sich ändert:
    Aussage von ihm. Früher im Winter musste man auch in Vueltas lange Hose tragen, jetzt trägt man immer kurz.
    Der Strom von seinem Dach reicht um die Appartments mit Strom zu versorgen, soweit ich weiß mittlerweile mit Akku.
    Super.

  13. el corredor´s Beitrag erhielt 4 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  14. Nach oben    #107
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
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    Unser Stromversorger Endesa beginnt mit dem Bau eines neuen Umspannwerks auf La Gomera, um die Energie des Unterseekabels, das die Insel mit Teneriffa verbindet, umzuwandeln. Das Unternehmen e-distribución, die Tochtergesellschaft von Endesa Networks, wird 8 Millionen Euro für dieses innovative Projekt bereitstellen, das die Widerstandsfähigkeit des Stromnetzes auf La Gomera erhöhen und die Versorgungssicherheit verbessern wird.

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  16. Nach oben    #108
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    Vallehermoso schreibt die Fotovoltaikanlage für die Stauseen Joimo und Tazo aus...

    https://www.instagram.com/aytovalleh...p/DGfXUJlImoj/

    Die Arbeiten haben ein Budget von mehr als 50.000 Euro.

  17. Fritzlore´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  18. Nach oben    #109

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    Ergänzung: Die Fotovoltaikanlagen kommen nicht auf die Stauseen, sondern auf Gebäude in der Nähe der Stauseen.

  19. Mirko´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  20. Nach oben    #110

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    In San Sebastian ist ein weiteres Windrad geplant.

    Quelle: http://www.bopsantacruzdetenerife.es...-25/5-3-25.pdf

    Leistung: 2,6 MW
    Standort: La Playita (unterhalb des vorhandenen Windrades)
    Kosten: knapp 4 Millionen Euro
    Gebaut durch: Disa Renovables

  21. Mirko´s Beitrag erhielt 4 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  22. Nach oben    #111

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    In San Sebastian sollen zwei große Photovoltaikanlagen gebaut werden. Disa Energía Renovable will dafür über 2,3 Millionen Euro ausgeben.

    Die Daten:

    Anlage "Planta solar fotovoltaica La Gomera I":

    - 2010 Module mit je 700 Wp (Wp = 700 Watt Maximalleistung)
    - 4 Wechselrichter mit je 300 kW
    - 2 Transformatorstationen
    - 1 Batteriespeicher mit 2032 kWh
    - Anschlussleitung an das Stromnetz von La Gomera
    - Kosten: 1.614.469,12 Euro

    Anlage "Planta solar fotovoltaica La Gomera II":

    - 1560 Module mit je 700 Wp (Wp = 700 Watt Maximalleistung)
    - 3 Wechselrichter mit je 352 kW
    - 1 Transformatorstation
    - Anschlussleitung an das Stromnetz von La Gomera
    - Kosten: 743.788,99 Euro

    Zusammen können die beiden geplanten Anlagen bis zu 2,5 MW Strom erzeugen. Zum Vergleich: La Gomera benötigt 10 MW.

    Quelle: Boletín Oficial de Canarias núm. 59 (25 de marzo de 2025)
    https://www.gobiernodecanarias.org/b.../059/1175.html

  23. Mirko´s Beitrag erhielt 3 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  24. Nach oben    #112
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    Mit Speicher. Wow!
    Jetzt muss nur noch Speicherkapazität für die 5 schon vorhandenen Windräder her, dann hätten wir genug.
    Verstehe ich das richtig mit meinem nicht vorhandenen Wissen darüber?

    Danke, Mirko

  25. Nach oben    #113

    199 Beiträge seit 10/2022
    Danke
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    Allerdings sind die geplanten Speicher viel zu klein, um La Gomera im Falle einer "Dunkelflaute" mit Strom zu versorgen. Nachts und ohne Wind würden wir weiter auf Strom aus dem Dieselkraftwerk angewiesen sein. Der geplante Speicher bei der Photovoltaikanlage könnte La Gomera theoretisch für rund 10 bis 15 Minuten mit Strom versorgen.

    Immerhin geht es langsam vorwärts mit der Umstellung auf erneuerbare Energien. Aktuell gibt es 5 Windkraftanlagen, welche aber von den möglichen 12 MW nur maximal 2 MW einspeisen können, da das Netz nicht mehr verträgt.

    Im Bau oder in Planung sind außerdem:

    • Die Anbindung von La Gomera an das Stromnetz von Teneriffa
    • 2 Transformatorenwerke oberhalb des Dieselkraftwerkes in San Sebastian
    • 1 weitere Windkraftanlage in San Sebastian
    • Mehrere Stromspeicher an den bereits bestehenden Windkraftanlagen
    • 2 große Photovoltaikanlagen in San Sebastian - eine davon mit einem Stromspeicher


    Bis alles fertig ist, gehen sicherlich noch einige Jahre ins Land.

  26. Mirko´s Beitrag erhielt 3 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  27. Nach oben    #114
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    Agulo hängt wieder am Generator

    Seit vorgestern bis zum 17. Mai wird unser Dörfchen mal wieder per Generator mit Strom versorgt. Hatte ich gar nicht mitbekommen. Dann entdeckten wir ihn beim heutigen Morgenspaziergang. Ein Arbeiter stand daneben, der erzählte uns, daß die Kabel erneuert werden müssen.
    Soll uns Recht sein, Hauptsache, wir haben Strom.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  28. Fritzlore´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  29. Nach oben    #115
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    Das Cabildo de La Gomera verstärkt sein Engagement für die Installation von Fotovoltaikanlagen.

    https://www.lagomera.es/noticia/el-c...nergia-fotovol

    Die Inselregierung hat mehr als 64.000 Euro für die Installation von etwa zwanzig 550-Watt-Panels zur Förderung des Eigenverbrauchs von Energie im Hotel Escuela Rural Casa de Los Herrera in Hermigua bereitgestellt.

  30. Fritzlore´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  31. Nach oben    #116
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    Und weiter geht's:

    Das Centro de Interpretacion de queso in Alajero (Ist das offen? War da schon mal jemand?) und die Baumschule (finca experimental) in San Sebastian namens Vivero Cruz Chiquita an der GM1 bekommen Photovoltaik-Anlagen.

    "Diese Investitionen kommen zu den anderen hinzu, die das Cabildo bereits im Rahmen seines Plans zur energetischen Nachhaltigkeit genehmigt hat, wie z. B. die Investitionen in den Busbahnhof Vallehermoso, die Kühlhäuser der Insel, das Casa de la Miel de Palma in Alojera, den Busbahnhof Virgen del Paso in Alajeró, das Sozial- und Gesundheitszentrum San Sebastián, den Umweltkomplex El Revolcadero und das Landschulheim Casa Los Herrera. Darüber hinaus wurden mehr als 200 Fotovoltaikanlagen auf Gebäuden, Wohnungen und Unternehmen auf der Insel finanziert."

    https://www.lagomera.es/noticia/el-c...-cruz-chiquita

  32. Nach oben    #117

    aus Uckermark - Berlin - Gomera
    7 Beiträge seit 01/2024
    Danke
    25
    Erneuerbare Energien sind ja schön und gut. Aber diese Solarpaneele sind auch nicht gerade schön und verunstalten schon vielerorts das Bild siehe Sportkomplex Alojera. Das mit viel Geld, in Anlehnung an traditionelle Architektur errichtete Casa de miel mit einem Solardach? Ich hoffe, dass da nicht alles total verschandelt wird, für so ein bisschen Symbolpolitik.
    In Benchichigua stehen auch so schrecklich hässliche Laternen mit riesigen Paneelen als Dach. Leider sehr böse fürs Auge und total unpassend.

  33. Samsonito´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  34. Nach oben    #118
    Avatar von Zugvogel
    aus Selva Negra
    593 Beiträge seit 01/2020
    Danke
    707
    lieber ne hässliche Laterne als Lungenkrebs wegen dem Dieselkraftwerk in San Seb
    lieber hunderte Windräder als ein KKW
    wenn ich traditionelle Architektur hochlobe dann muss ich auch die breiten Asphaltstrassen in der Landschaft verteufeln... Zurück zum staubigen Feldweg.... jawoll....

  35. Zugvogel´s Beitrag erhielt 5 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  36. Nach oben    #119
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    69 Jahre alt
    aus Agulo
    9.957 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    24.629
    La Gomera macht mit der Fertigstellung des Umspannwerks El Palmar Fortschritte beim Stromverbund mit Teneriffa
    Das 66-kV-Umspannwerk El Palmar ist die erste Infrastruktur von Red Eléctrica auf der Insel und Teil der neuen Unterseeverbindung, die das Stromnetz beider Inseln bis Ende 2025 verbinden wird
    Der Präsident des Inselrats von La Gomera, Casimiro Curbelo, und die Bürgermeisterin von San Sebastián de La Gomera, Anglica Padilla, besuchten anlässlich der Fertigstellung die Anlage; und die Bürgermeisterin von San Sebastián de La Gomera, Angélica Padilla, haben das Umspannwerk anlässlich der Fertigstellung der Arbeiten
    besucht. Mit einer Investition von 15 Millionen Euro stärkt die Anlage das Stromnetz von La Gomera und ermöglicht eine stärkere Integration erneuerbarer Energien.

    https://www.lagomera.es/noticia/la-g...-culminacion-d

  37. Fritzlore´s Beitrag erhielt 3 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  38. Nach oben    #120

    199 Beiträge seit 10/2022
    Danke
    521
    Laut dem Artikel gehört das Umspannwerk zu der Stromverbindung nach Teneriffa. Die Inbetriebnahme ist für Dezember 2025 geplant.

    Es dauert also noch ein paar Monate, bis (vielleicht) mehr Windenergie auf La Gomera genutzt werden kann.

  39. Mirko´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  40. Nach oben    #121
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    69 Jahre alt
    aus Agulo
    9.957 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    24.629
    Das Schiff Cable Enterprise beginnt damit, das Unterseekabel zwischen Teneriffa und La Gomera zu verlegen.

    https://x.com/EcologicaGobCan/status...89720057283070

    Dieses Schiff, das das tiefste dreipolige Kabel der Welt mit einer Tiefe von bis zu 1.145 Metern im Wechsel verlegen wird, ist eines der wenigen internationalen Schiffe, die zu dieser Art von Arbeit in der Lage sind. Ende August wird die Cable Enterprise mit den Verlegearbeiten am Meeresboden für den ersten Abschnitt der 36 km langen Verbindung beginnen.

  41. Fritzlore´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  42. Nach oben    #122
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    69 Jahre alt
    aus Agulo
    9.957 Beiträge seit 12/2019
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    24.629
    Zitat Zitat von Fritzlore Beitrag anzeigen
    Ende August wird die Cable Enterprise mit den Verlegearbeiten am Meeresboden für den ersten Abschnitt der 36 km langen Verbindung beginnen.
    Das Spezialschiff hat das Kabel jetzt fertig verlegt...

    https://x.com/RedElectricaREE/status...52604871279017

    Jetzt heißt es warten, wann was wo passiert.

  43. Fritzlore´s Beitrag erhielt 5 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  44. Nach oben    #123

    aus Uckermark - Berlin - Gomera
    7 Beiträge seit 01/2024
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    25
    Gomera ist gerade dabei sogenannte Beschleunigungszonen für erneuerbare Energien (ZAR) auszuweisen. Dort soll es dann vereinfacht möglich sein Windparks und Freiflächenphotovoltaikanlagen zu errichten. Die Protokolle über die geplanten Gebiete sind online einsehbar unter gobiernodecanarias.org unter dem Abschnitt Energia. Dort findet man auch Karten der Gebiete. Leider nur als topographische Karte, so dass man das aufwendig abeichen muss um herauszufinden wer betroffen ist.

    Besonders stark betrifft es die Gegend zwischen Santiago und El Cabrito. Aber auch direkt um Tazo herum sind weitläufige Freiflächenvoltaikanlagen geplant. Des weiteren betrifft es die Gegend südlich von Chipude Richtung Gueleica. Die Initiative für Gomera hat die unzureichende Bürgerbeteiligung sowie die unverhältnismässigen Ausmaße der Landverbrauchs kritisiert. Es wäre auch mal interessant zu wissen, wer da den großen Reibach macht.

  45. Samsonito´s Beitrag erhielt 7 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  46. Nach oben    #124
     Unterstützer/in Avatar von Fritzlore
    69 Jahre alt
    aus Agulo
    9.957 Beiträge seit 12/2019
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    24.629
    Soeben erst entdeckt:
    Ladestation für E-Bikes mit Sonnenenergie.

    Das Ding ist gegenüber der Apotheke in Hermigua.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  47. Fritzlore´s Beitrag erhielt 4 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  48. Nach oben    #125

    78 Jahre alt
    9 Beiträge seit 06/2022
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    16
    Wenn es möglich wäre, sollte man nicht die ganze Insel mit Windkraftwerken belegen, denn die Natur ist meist sehr schön. San Sebastian bietet sich als Hauptort für Windräder an, denn dort laufen alle Versorgungsleitungen der Insel zusammen. Dadurch wird viel Geld und Arbeit gespart, weil man nicht viele Windräder auf der Insel ankabeln muss. Ausserdem stehen dort schon welche und ein dutzend mehr würde weniger auffallen, als irgendwo mitten in der Natur und die Sanseb-Grossstädter wären sicher stolz auf ihren Beitrag für die Insel.

  49. Kai´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  50. Nach oben    #126

    199 Beiträge seit 10/2022
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    521
    Aktuell ist der Bau eines weiteren Windrades in der Nähe von San Sebastian geplant. Dann wären es 6 Windräder bei San Sebastian.

    Viel mehr Windräder dürften es nicht werden, dann laut König Casimiro erzeugen bereits die 5 vorhandenen Windräder mehr Strom, als La Gomera benötigt.

  51. Mirko´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  52. Nach oben    #127

    199 Beiträge seit 10/2022
    Danke
    521
    Der Anteil des Windstromes wird sich im Laufe der Zeit verbessern. Sowohl der Bau der Stromspeicher bei den Windrädern als auch die Stromverbindung nach Teneriffa dürften dafür sorgen, dass mehr Windstrom ins Netz eingespeist werden kann.

    Für alle Stromarten (Kohle, Gas, Diesel, Wind, Sonne etc.) werden zur Übertragung die gleichen Stromleitungen genutzt. Es lässt sich beim Verbraucher nicht mehr feststellen, aus welcher Quelle der Strom kommt.

    Deshalb muss jeder Stromlieferant (z.B. Iberdrola) mindestens so viel grünen Strom erzeugen (oder andersweitig einkaufen) wie es an seine Kunden verkauft.

  53. Mirko´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  54. Nach oben    #128

    50 Jahre alt
    14 Beiträge seit 12/2022
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    144

    Das Wasserkraftwerk von Monforte: Technik-Archäologie im Barranco de Hermigua

    Ich habe mir die Ruine des Wasserkraftwerks Monforte oberhalb von Hermigua heute einmal genauer angesehen. Meerkater hatte 2022 schon tolle Bilder davon gepostet. Mittlerweile ist das verfallene Haus mit Brombeerdornen überwachsen.

    Durch diese Bilder und den Abgleich mit historischen Daten lässt sich die Geschichte dieses Kraftwerks nun etwas rekonstruieren:

    1. Die Ur-Anlage (1927):
    An der Wand lehnt ein gewaltiger, verrosteter Eisenring – der Stator des ursprünglichen Generators von 1927. Meerkater konnte auch noch den leeren Rotor von 1927 fotografieren, der mittlerweile von Dornen überwuchert ist. Dass er dort so "leer" steht, hat einen einfachen Grund: Der Kern bestand aus massiven Kupferwicklungen. Kupfer war (und ist) extrem wertvoll. Während das schwere Eisen für Schrotthändler zu mühsam zu transportieren war, wurde das wertvolle Kupfer wohl schon vor Jahrzehnten fachmännisch "geerntet".

    2. Die Wasserführung: Interessant ist die Lage des Fallrohrs. Entgegen der Vermutung, das Wasser käme frei hängend vom Wasserfall, zeigen alte Bilder, dass das Rohr hangseitig geführt wurde. Es wurde kontrolliert vom Hang in das Generatorhaus geleitet, um den nötigen Druck für die Turbine aufzubauen.

    3. Das Diesel-Rätsel: Wo ist der Motor?
    1933 kam ein 72-PS-Dieselmotor hinzu, um die Stromversorgung auch bei Wassermangel zu sichern. Der Motor ist heute verschwunden - wahrscheinlich als Ganzes verkauft oder verschrottet.

    4. Die Indar-Modernisierung (nach 1940)
    Obwohl die Hauptanlage mit einem leistungsstärkeren 70kW Generator von 1933 stammt, findet man ein Typenschild der Firma Indar, die es erst ab 1940 gab. Es gehört zu einem kleinen 1-kW-Dynamo. Dieser diente als Erregermaschine, um das Magnetfeld des großen 70kW Hauptgenerators aufzubauen. Man hat also nach dem Bürgerkrieg nicht alles neu gebaut, sondern nur die schneller verschleissende Erregermaschine modernisiert.

    5. Ein dunkles Erbe: Es stinkt nach Öl.
    So faszinierend diese Technik-Geschichte ist: Der große Transformator im Gebäude ist heute eine Gefahr. Er verliert Öl, und der Geruch ist deutlich wahrnehmbar. Da diese Trafos früher fast immer mit hochgiftigem PCB befüllt wurden - besser nicht anfassen! - ist das in diesem wasserreichen Tal eine ökologische Zeitbombe. Das Gift sickert langsam in den Boden – direkt im Wassereinzugsgebiet von Hermigua.

    Monforte ist ein Denkmal des Fortschritts, das heute buchstäblich „ausblutet“. Ein faszinierender Ort, der aber dringend eine professionelle Altlasten-Entsorgung bräuchte - vielleicht noch eher als eine Industriegedenkstätte. Ich habe die Behörden informiert - mal sehen, ob der Trafo stehenbleibt.

    Reine Spekulation, warum kein Industriemuseum entsteht, sondern derzeit wieder die Dornen wuchern: Das Projekt liegt nicht wegen bürokratischer Trägheit brach, sondern weil man das "ölige Erbe" unterschätzt hat. Sobald man ein Gebäude zum Museum macht, gelten strenge Umweltauflagen. Wenn der Boden unter dem Trafo (und vielleicht auch unter dem alten Dieselstandplatz) mit Öl und PCB gesättigt ist, darf dort kein Museum eröffnet werden, ohne den Boden bis zu einer gewissen Tiefe zu sanieren, was das gesamte Budget von 350.000 Euro für den Museumsbau allein für die Altlasten-Entsorgung „auffressen“ könnte.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  55. Pingu´s Beitrag erhielt 15 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  56. Nach oben    #129
     Unterstützer/in Avatar von mrjasonaut
    64 Jahre alt
    aus Berlin-Wilmersdorf
    2.848 Beiträge seit 01/2022
    Danke
    3.012
    Spannende 'Geschichte'. Pingu, dranbleiben, gerne.
    Froh schlägt das Herz im Reisekittel, vorausgesetzt man hat die Mittel. Wilhem Busch 1884

  57. mrjasonaut´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  58. Nach oben    #130

    67 Jahre alt
    aus im Vogelsberg
    1.919 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    1.344
    Ein toller fundierter Bericht!

    Eine kleine Hoffnung habe ich jedoch: Wenn das Trafoöl stinkt, ist es womöglich doch ein mineralisches Isolieröl. PCB riecht eher fruchtig, fast lecker....

  59. hartmut´s Beitrag erhielt 4 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  60. Nach oben    #131
    Avatar von Hohenzoller
    60 Jahre alt
    aus Sigmaringen, wohnhaft in München
    19 Beiträge seit 12/2019
    Danke
    58
    Pingu, dieser Generator hatte wohl nur ein paar kW an Leistung. Habe letztens eine Interessante Idee gelesen: der alte Flughafen bei Santiago, alles recht flach, könnte zum Solarpark werden. Reicht natürlich nicht, zusätzlich müsste man einen Baranco in der Nähe zu einem Wasserspeicher machen. Da sind locker 1000 Höhenmeter drin! Also Pumpen pumpen permanent Meerwasser hoch, bei Bedarf wird das über Turbinen abgelassen. Und, wenns braucht, entsalzt und als Brauchwasser verwendet. El Hierro hatte diese Idee vor 20 Jahren schon. Hat leider nicht funktioniert. Aber man könnte darauf aufbauen und weiterentwickeln...

  61. Hohenzoller´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  62. Nach oben    #132

    199 Beiträge seit 10/2022
    Danke
    521
    Es gibt neue Informationen zu der bei San Sebastian geplanten Photovoltaikanlage "PLANTA SOLAR FOTOVOLTAICA GOMERA II":

    - Maximalleistung: 1-2 Megawatt (entspricht etwa 10-20% des Strombedarfs von La Gomera)*
    - Standort: Zwischen den 3 Windrädern östlich der Stadt und dem Hotel Bancal
    - Bauherr: Disa Energía Renovable, S.L.U.
    - 1560 Solarmodule zu je 700 Watt (peak)
    - 3 Wechselrichter zu je 352 kW
    - Kosten (Material): 744.936,67 €

    *) Obwohl in der Veröffentlichung die Maximalleistung mit 2 MW angegeben ist, kommen die Solarmodule und die Wechselrichter zusammen nur auf eine Leistung von rund 1 MW.

    Eine ausführliche Projektbeschreibung kann hier heruntergeladen werden: https://www3.gobiernodecanarias.org/...5-52216467f296

    Quelle: https://www.bopsantacruzdetenerife.e...26/12-1-26.pdf


  63. Mirko´s Beitrag erhielt 4 mal Dank und/oder Zustimmung von:


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