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Thema: ¡viva la música!

  1. #1387
    Avatar von kunibert
    79 Jahre alt
    aus Wien
    1.409 Beiträge seit 10/2018
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    In der Vorwoche habe ich euch vom Tod der Operndiva Christa Ludwig berichtet, die ich einige Male auf der Bühne erleben durfte.

    In der Wochenzeitschrift Profil hat Manuel Brug einen berührenden Nachruf geschrieben, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

    Zitat Zitat von Manuel Brug im Profil
    Leichtes Herz
    Der Opernstar Christa Ludwig starb 93-jährig in Klosterneuburg. Erinnerung an eine der Allergrößten.

    Die Karrieren vieler Gesangsvirtuosen enden, wenn sie es in Würde tun, meist in ihren Sechzigern. Danach unterrichten sie vielleicht noch, werden zu Zeitzeugen, zu Denkmälern ihrer selbst. Das ist nicht immer angenehm. Man denke an die böse-biestige Elisabeth Schwarzkopf, die zum Schrecken ihrer Schüler avancierte, nur im Gestern lebte, alles Aktuelle grauenvoll und würdelos fand. Und stets die ewiggleichen Anekdoten aus dem so seligen Damals erzählte.

    Christa Ludwig, ihre 13 Jahre jüngere Mezzosopran-Kollegin, die am 24. April in Klosterneuburg 93~jährig nach kurzer Krankheit starb, war das Gegenteil. Als Künstlerin ein Monument. Die wohl universellste ihres Stimmfachs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Von 1945 bis 1994 hat sie gesungen - fast 50 Jahre lang, überall, wo es wichtig war, ein Riesenrepertoire, mit allen großen Dirigenten, ganz besonders mit Karl Böhm, Herbert von Karajan, Georg Solti, Leonard Bernstein. Und gefördert von Schwarzkopf-Ehemann Walter Legge, der sie bei der EMI in der vehement sich entfaltenden Langspielplatten- und Stereo-Ära als eine der Vokalschlüsselfiguren einband.

    Christa Ludwig hat fast alles richtig gemacht, sogar zum richtigen Zeitpunkt aufgehört. Danach hat sie, mit 66, endlich nur noch gelebt. Und blühte auf. Je älter sie wurde, desto eindrücklicher war sie in ihren Erinnerungen. Klar, stark, unsentimental, bescheiden und doch bestimmt, stolz auf ihre Lebensleistung, aber unbeirrt interessiert nach vorn blickend - bis zum Schluss.

    Nie sang sie manieriert, immer direkt, fast natürlich eigentlich der allergrößte Widerspruch. Regelmäßig saß sie, bis zum Corona-Beginn, bei Wiener Staatsopernpremieren im Publikum. Meist trug sie einen hellen Hosenanzug, damit man sie schon aus der Ferne erkennen und gern ansprechen konnte. Bis 2019 gab sie bei den Salzburger Festspielen und anderswo Meisterkurse. Sie sagte ganz deutlich: „Sängerin möchte ich nie wieder sein!" Und wandte sich Neuem zu. Trotzdem blieb sie eine gefragte, nichts verklärende, lebenskluge Kronzeugin ihrer vergangenen Epoche. Eine, die im Jetzt atmete, freigiebig ihre Erfahrungen teilte.

    So bleibt Christa Ludwig in bester Erinnerung als eine, die vormachte, was es heißt, als Legende zu leben. Und die sich dabei ihres Hofmannsthals sicher war: „Leicht muss man sein, mit leichtem Herz und leichten Händen, halten und nehmen, halten und lassen.“

    MANUEL BRUG

  2. Nach oben    #1388
    Avatar von Wanderbär
    78 Jahre alt
    aus Im Süden des Nordens
    321 Beiträge seit 01/2020
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    Musik und Psychoanalyse

    Zitat Zitat von kunibert Beitrag anzeigen
    Vor kurzem habe ich eine Information über die derzeitigen Forschungen von Vanessa Petruo von den No Angels gehört: ...
    Bei dieser Information von kunibert musste ich an einen alten Klassenkameraden denken, der am gleichen Tag wie ich die Abiturprüfung bestanden hat, nämlich am Aschermittwoch 1963. Zwar liegen Musik und Psychoanalyse nicht im Zentrum meiner Interessen, aber wer sich für das Thema interessiert, sollte in diese Webseite hineinschauen:
    https://www.bernd-oberhoff.de/

    Ich hatte Bernd jahrzehntelang aus dem Auge verloren, bis bei seinem Klassentreffen 2008 unser langjähriger Klassensprecher eine Rezension von Bernds Mozartbuch über Mozart aus dem SPIEGEL vorlas. Am Schluss dieses Artikels hieß es sinngemäß
    Der Autor plant als nächstes eine Arbeit zu Richard Wagner. Auf die Ergebnisse können wir sehr gespannt sein.

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  4. Nach oben    #1389
    Avatar von kunibert
    79 Jahre alt
    aus Wien
    1.409 Beiträge seit 10/2018
    Danke
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    Viola da Gamba

    Hören wir heute noch einmal den Gambenspieler, der sich gestern selbst auf der Orgel begleitet hat.

    Heute spielt Ernst Stolz auf der Viola da Gamba solo die
    Sarabande in D von Dubuisson.

    Vermutlich aus dem Krakauer Manuskript (ca.1655)?

    0507 stolz.png

  5. Nach oben    #1390
    Avatar von kunibert
    79 Jahre alt
    aus Wien
    1.409 Beiträge seit 10/2018
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    Gedenktage

    Vor 425 Jahren, am 6. oder 8. Mai, starb Giaches de Wert (1535-1596), ein franko-flämischer Komponist, Sänger und Kapellmeister der späten Renaissance

    Zitat Zitat von wikipedia
    Giaches de Wert war der letzte große niederländische Komponist, der in Italien gewirkt hat. Sein hoher Rang gründet sich hauptsächlich auf sein umfangreiches Madrigalschaffen; es gibt von ihm aber auch bedeutsame geistliche Werke. Von seinen neun Messen wurde nur eine gedruckt, weil für sie, die speziell für die Hofkirche Santa Barbara mit ihrer abweichenden Liturgie geschrieben wurden, keine allgemeine Verwendung bestand. Sie sind strikt polyphon komponiert und in Alternativform angelegt; sie besitzen große Ähnlichkeit mit den Messen, die Palestrina im Auftrag Herzog Guglielmos für Santa Barbara geschrieben hat. Hiervon abweichend ist nur Werts fünfstimmige Parodiemesse über die eigene Motette „Transeunte Domino“. Die 78 meist mehrstrophigen Hymnen von Giaches de Wert decken das gesamte Kirchenjahr ab. Von den 55 Motetten des Komponisten lassen einige der früher entstandenen Werke mit ihrer expressiven Textdarstellung den deutlichen Einfluss seines Lehrers Cipriano de Rore erkennen; im Übrigen zeigen sie eine durchimitierte Polyphonie, nur beim Wechsel zum tempus perfectum stellt sich ein homophoner Satz ein. Die Motettentexte entstammen fast alle dem Neuen Testament. In seinen späteren Motetten zeigt der Komponist seine ganze Kunst des bildhaft-expressiven Textausdrucks und kann hier als früher Verfechter der Seconda pratica gelten, ein Musikstil, der erst Jahrzehnte später von Claudio Monteverdi voll umgesetzt wurde.

    Das Madrigalschaffen von Giaches de Wert erreicht mit seiner kunstvollen Höhe durchaus den Rang von Orlando di Lasso oder Philippe de Monte (Alfred Einstein 1949). Der Musikforscher Ludwig Finscher hält es sogar für möglich, ihn vielleicht für den größten Madrigalkomponisten anzusehen, weil Wert, anders als Orlando di Lasso, seinen Madrigalstil über vier Jahrzehnte stets dynamisch weiterentwickelt hat und für eine virtuos-plastische und rhetorisch-dramatische Textvertonung neue Maßstäbe gesetzt hat. Er wurde in dieser Gattung auch Vorbild für Luca Marenzio und Claudio Monteverdi. Er verwendet literarisch anspruchsvolle Texte von Francesco Petrarca, Luigi Tansillo, Torquato Tasso und Giovanni Battista Guarini. Insbesondere hat der Komponist mit seinen 14 Vertonungen aus Tassos Gerusalemme liberata die typische Musikalität und dramatische Kraft dieser Gedichte effektvoll umgesetzt. Für Werts Madrigalstil ist grundsätzlich seine Sensibilität für den Sprachrhythmus charakteristisch, weil die Verse nicht nur genau deklamiert werden, sondern sogar in kontrapunktischen Sätzen kontrastreich und spannungsvoll rhythmisiert werden. „Er zeigt sich als geborener Dramatiker, arbeitet im Satz mit mehreren Motiven gleichzeitig und lässt immer das Bestreben erkennen, das für Motetten typische Prinzip der kleingliedrigen Reihung von Details durch die Bildung größerer, in sich homogener Formkomplexe zu überwinden“ (Hartmut Schick in der Quelle MGG).
    Hören wir die Motette
    O “Primavera Giuventu” aus der Sammlung “Undicesimo libro di madrigali a cinque voci”

    0508 wert.png

  6. Nach oben    #1391
    Avatar von kunibert
    79 Jahre alt
    aus Wien
    1.409 Beiträge seit 10/2018
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    Gedenktage

    Vor 425 Jahren wurde der bedeutende norddeutsche Orgelkomponist Heinrich Scheidemann (1596-1663) geboren.

    Zitat Zitat von wikipedia
    Heinrich Scheidemann erhielt ersten Musikunterricht durch seinen Vater David Scheidemann, welcher zunächst Organist in Wöhrden und ab 1604 an der Hamburger Katharinenkirche war. Von 1611 bis 1614 nahm er gemeinsam mit seinem Freund Jacob Praetorius ein dreijähriges Studium bei dem seinerzeit sehr bedeutenden Organisten Jan Pieterszoon Sweelinck in Amsterdam auf, welches ihm durch die Gemeinde der Katharinenkirche finanziert wurde. Hintergrund dieses Stipendiums war der Wunsch aller Hamburger Hauptkirchen, dass ihre zukünftigen Organisten eine Ausbildung bei Sweelinck erhielten.

    Im Jahre 1629 trat Heinrich Scheidemann die Nachfolge seines Vaters im Amt des Organisten an der Hamburger Kirche St. Katharinen an. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Tode. Scheidemann erlangte durch sein Wirken und seinen Einfluss auf andere Organisten und Kantoren ein hohes Ansehen im Musikleben Hamburgs und galt als herausragender Orgelmeister. Er prüfte außerdem zahlreiche Orgeln im norddeutschen Raum. Als sein bedeutendster Schüler gilt Johann Adam Reincken, der nach Scheidemanns Tod dessen Nachfolger als Organist an der Kirche St. Katharinen wurde.

    Heinrich Scheidemann wird als bedeutender Vertreter der Norddeutschen Orgelschule angesehen. Er verband den Stil Sweelincks mit dem der Gründerväter der Norddeutschen Orgelschule (Hieronymus Praetorius, Michael Praetorius, Johann Steffens u. a.). Zusammen mit den anderen Sweelinck-Schülern Jacob Praetorius, Samuel Scheidt und Melchior Schildt gehört er zu den bedeutendsten norddeutschen Orgelkomponisten seiner Generation. Sein überliefertes Werk umfasst hauptsächlich Praeambula, Magnificat- und Choralbearbeitungen, Motettenkolorierungen und Tanzsätze.
    Hören wir drei Verse aus dem Orgelstück
    Christ lag in Todesbanden

    0509 schneidemann.png

  7. Nach oben    #1392
    Avatar von kunibert
    79 Jahre alt
    aus Wien
    1.409 Beiträge seit 10/2018
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    Musik von der Insel

    Musik von unserer Insel?

    Nein, nicht von Gomera, sondern gregorianische Gesänge vom Kloster auf der Insel Reichenau im Bodensee.

    https://www.youtube.com/watch?v=3vQ8Il4FM7E

    0510 reichenau.png

  8. Nach oben    #1393
    Avatar von Pagurus
    379 Beiträge seit 01/2020
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    Zitat Zitat von kunibert Beitrag anzeigen
    Musik von unserer Insel?
    Nein, nicht von Gomera, sondern gregorianische Gesänge vom Kloster auf der Insel Reichenau im Bodensee.
    Erschwerend kommt hinzu, daß es eigentlich nur eine Halbinsel ist. Denn:
    Über den 1838 aufgeschütteten Reichenauer Damm ist sie mit dem Festland verbunden

  9. Pagurus´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  10. Nach oben    #1394
    Avatar von kunibert
    79 Jahre alt
    aus Wien
    1.409 Beiträge seit 10/2018
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    Für Pagurus

    Für Pagurus

    Diesmal ein besonderer Leckerbissen für Pagurus. Er liebt ja Bach. Und er liebt die Frauen.

    https://www.youtube.com/watch?v=8m0dGs200uQ

    0511 lola.png

  11. Nach oben    #1395
    Avatar von Pagurus
    379 Beiträge seit 01/2020
    Danke
    158
    Zitat Zitat von kunibert Beitrag anzeigen
    Für Pagurus
    Diesmal ein besonderer Leckerbissen für Pagurus. Er liebt ja Bach. Und er liebt die Frauen.
    0511 lola.png
    Oh Gott, offensichtlich muß ich an meinem Image feilen ! Oder kann ich alle Hoffnung fahren lassen, weil mein Ruf eh schon versaut ist.
    Ist der Ruf erst ruiniert, lebt man völlig ungeniert

    Wie ich schon betont habe, ist Minimalismus ein Prinzip das ich liebe (auch in meiner Lebensführung versuche ich das einzuhalten ) Den minimalen Ausdruck, in der Poesie, in der Fotografie, oder eben in der Musik empfinde ich als „schön“.
    Die „üppige“ Dame verkörpert eher das Gegenteil (obwohl sie mit ihren barocken Formen einem barocken Komponisten wie Händel vermutlich gefallen würde.)

    Tatsächlich hat mir der unsensible der youtube-Algorithmust dieses Video auch schon angeboten und ich wollte bereits die ketzerische Frage stellen, ob der Musikgenuss signifikant gesteigert wird, wenn die Interpretin viel Fleisch zur Schau stellt .
    Ich habe auch Anne Sophie Mutter schon mit einem Rückendekolleté geigen sehen, das bis zum Gluteus maximus reichte.

  12. Nach oben    #1396
    Avatar von Pagurus
    379 Beiträge seit 01/2020
    Danke
    158
    Weil ich am Sonntag mit AstraZeneca geimpft wurde und bisher (fast) keine Nebenwirkungen spüre, hören wir heute:

    Per aspera ad Astra


  13. Nach oben    #1397
    Avatar von kunibert
    79 Jahre alt
    aus Wien
    1.409 Beiträge seit 10/2018
    Danke
    650

    Gedenktage

    @Pagurus: auch Bach ist ein Barockkomponist und beileibe nicht minimalistisch. Also passt die Dame durchaus auch zu Bach. Und die Blasmusik von heute früh ist auch eher üppig im Klang.

    Da passt ja der heutigeKomponist auch ganz gut: vor 150 Jahren starb der französische Komponist Daniel-François Auber (1782-1871).

    Nicht mehr ganz mein Musikgeschmack. Aber das
    Cellokonzert kann man sich durchaus anhören.

    0512 auber.png

    Übrigens: der Ausspruch „Per aspera ad astra“ stammt von Seneca. Weshalb man immer wieder die Behauptung hört, dass die Firma nach dieser Kombination benannt wurde. Dabei ist AstraZeneca ein internationaler Pharmakonzern, der 1999 aus der schwedischen Astra AB und der britischen Zeneca PLC entstand. Hat mit den Sternen von Seneca also nichts zu tun.


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