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Thema: ¡viva la música!

  1. #1321
    Avatar von kunibert
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    Die Straße heißt Martim Moniz.

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  3. Nach oben    #1322
    Avatar von kunibert
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    Das Verhör

    Die grandiose Geigerin Anne-Sophie Mutter habe ich schon zwei Mal vorgestellt.

    Jetzt habe ich ein witziges Video mit ihr gefunden:
    „Das Verhör“

    0327 das verhör.png

  4. Nach oben    #1323
    Avatar von kunibert
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    Palmsonntag: eine verschollene Passion

    Von Johann Sebastian Bach sind zwei Passionen bekannt: die Matthäus-Passion und die Johannes-Passion. Bei letzterer habe ich als Student in der Deutsch-Ordenskirche in Wien mitgesungen. Das Werk also hautnah erlebt.

    Weiters gibt es jedoch noch eine Lukas-Passion, deren Zuschreibung aber angezweifelt wird. Die Forschung geht inzwischen davon aus, dass das Werk größtenteils nicht von Bach selbst komponiert wurde.

    Und schließlich gab es die Markus-Passion, BWV 247, die aber verloren gegangen ist.

    Zitat Zitat von wikipedia
    Die Markus-Passion, BWV 247, ist eine oratorische Passion von Johann Sebastian Bach, die das Leiden und Sterben Jesu Christi nach dem Evangelium nach Markus zum Thema hat. Während das Libretto von Picander in einer Gedichtsammlung vollständig erhalten ist, gilt die Musik als verschollen, im Gegensatz zur vollständig erhaltenen Matthäus-Passion und Johannes-Passion; die Lukas-Passion gilt als weitestgehend nicht authentisch.

    Die Markus-Passion wurde am Karfreitag am 23. März 1731 in Leipzig uraufgeführt. Zudem konnten neuere Forschungen nachweisen, dass Bach diese Passion selber mindestens noch einmal, nämlich am Karfreitag des Jahres 1744, in einer überarbeiteten Version (Spätfassung) aufgeführt hat. Dazu fügte er neben der Änderung kleinerer Textpassagen zwei weitere Arien hinzu.

    Obwohl die Musik verschollen ist, kann das Werk durch das vollständig erhaltene Libretto der Frühfassung von 1731 und der Spätfassung von 1744 bis zu einem gewissen Grade rekonstruiert werden. Im Gegensatz zu den beiden anderen authentischen erhaltenen Passionen war die Markus-Passion wohl eine Parodie, d. h., Bach verwendete Sätze von bereits zuvor komponierten Werken wieder, beispielsweise aus der Kantate Widerstehe doch der Sünde BWV 54 und der Trauerode BWV 198. Zwei Chorsätze der Markus-Passion übernahm er möglicherweise später in das Weihnachtsoratorium. Doch wurde nicht für alle Arien ein Original gefunden, und auch die Rezitative sind verschollen.
    Der Katalane Jordi Savall hat mit der Capella Reial de Catalunya die verschollene Markus-Passion eingespielt. Unter Verwendung der Rekonstruktion von Alexander Grychtolik und mit eigenen Ergänzungen.

    Hören wir daraus den Chor "Geh, Jesu, geh zu deiner Pein!" in der Version der Kantate BWV 198, die Bach für eine Trauerfeier komponiert und später in der Markus-Passion „recycelt“ hat.

    0328 markuspassion.png

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  6. Nach oben    #1324
    Avatar von kunibert
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    Noch einmal die verschollene Passion

    Das Ensemble Wunderkammer hat ebenfalls einen Versuch gestartet, die verschollene Markus-Passion von Bach zu verarbeiten.

    Zitat Zitat von radio klassik stephansdom
    Die Rezitative werden vom Salzburger Jedermann 2021 Lars Eidinger gesprochen, untermalt mit Klängen, die den fragmentarischen Charakter des Werkes betonen.
    Arie "Welt und Himmel, nehmt zu Ohren"

    0329 markuspassion.png

  7. Nach oben    #1325
    Avatar von kunibert
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    Gedenktage

    Vor 250 Jahren starb Anton Joseph Hampel (um 1710-1771).

    Der Komponist ist mir schon im Stammbaum meiner Frau aufgefallen (weit entfernt).

    Zitat Zitat von wikipedia
    Anton Joseph Hampel (* um 1710 in Prag; † 30. März 1771 Dresden) war ein deutscher Hornist und Komponist.

    Leben
    Anton Joseph Hampel stammte aus Böhmen. Sein Name wird in den Quellen auch als Hampl, Hampla und Humple genannt. Die Angaben zu seinem Geburtsjahr schwanken zwischen 1700 und 1711. Er wurde 1737 in der Hofkapelle zu Dresden (heute Sächsische Staatskapelle) als 2. Hornist angestellt. Von 1757 bis 1766 spielte er 1. Horn und wechselte dann wieder an die 2. Position.

    Hampel war unter anderem Lehrer von Giovanni Punto. Seine Hornschule und seine Technik des Stopfens und Abdämpfens von Tönen auf dem Horn prägte entscheidend die Spieltechnik seiner Zeit. Er arbeitete mit dem Dresdner Instrumentenbauer Johann Werner zusammen und nach seiner Idee soll Werner erstmals in das ventillose Naturhorn einen Inventionszug eingefügt haben (vgl. Waldhorn). Von Hampels Kompositionen haben sich nur wenige erhalten. Überliefert sind Konzerte für Horn, Etüden und Kammermusiken mit Horn. Seine Hornschule wurde einige Jahre später von Giovanni Punto überarbeitet und erweitert. Sein Bruder Johann Adam Hampel spielte ab 1737 als Bratscher ebenfalls in der Dresdner Hofkapelle. Ein Johann Michael Hampel (1732–1793), anscheinend Hampels Sohn, wird von 1769 bis Mai 1793 als Hornist (zunächst als 3. Horn, ab 1772 als 2. Horn) in Dresden genannt.
    Auf youtube habe ich mich gefreut, dass ich wenigstens ein Stück von ihm gefunden habe. Doch dann habe ich entdeckt, dass es ein Werk von Padre Antonio Soler (1729-1783) ist und das Stück nur deshalb gefunden wurde, weil einer der beiden Cembalisten Hampel heißt. So geht es mit der youtube-Suche.

    Weil das Stück so herzig ist bringe ich es trotzdem.

    Menuett aus dem Orgelkonzer Nr 6, D-Dur, gespielt auf zwei Cembali von Padre Antonio Soler

    0330 hampel.png

  8. Nach oben    #1326
    Avatar von Pagurus
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    Heute ist übrigens der internationale Tag des Klaviers, weil es der 88. Tag des Jahres ist und die Standardtastatur 88 Tasten hat.
    Da müssen wir jetzt durch und das zum dreitausendachthunderdreiundfünfzigsten mal hören.
    für Elise: Elise ...

  9. Nach oben    #1327
    Avatar von kunibert
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    Danke für die sehr schöne Einspielung.

    Und zum Vergleich das dreitausendachthundervierundfünfzigste Beispiel.

    Lang Lang und die Elise

    0330.png

    Kann man doch immer wieder gerne hören.

  10. Nach oben    #1328
    Avatar von Pagurus
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    Lang Lang spielt göttlich, kein Thema. Was ich ihm aber nicht ganz abnehme ist seine „Performance“. Sein Gestus, Habitus erscheint mir etwas zu dick aufgetragen. Zuviel asiatisches Pathos für rationale Mitteleuropäer.

    Was wir aber verpennt haben:

    Der Pi-Tag ist ein zu Ehren der Kreiszahl Pi von seinen Anhängern gefeierter Tag. Er findet am 14. März jedes Jahres statt und geht auf die US-amerikanische Datumsschreibweise 3/14 zurück, die die ersten drei Ziffern von π sind: 3,14.


  11. Nach oben    #1329
    Avatar von kunibert
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    Karwoche

    Bleiben wir in der Karwoche bei der Markus-Passion. Heute aber von Georg Friedrich Telemann. Der schrieb allein für Hamburg 46 liturgische Evangelienpassionen.

    Hören wir aus der Fassung von 1759 das
    Pasticcio Nr.5 „Ihr Tropfen, fallt auf meine Brust“

    0331 telemann.png

  12. Nach oben    #1330
    Avatar von kunibert
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    Gedenktage

    Kein Aprilscherz: auch im April gibt es einige Gedenktage. Heute gibt es wieder einmal gleich zwei, die ich wieder auf zwei Tage aufteile.

    Heute vor 375 Jahren starb Johann Vierdanck (1605-1646), von dem ich euch schon gelegentlich Musikstücke präsentieren durfte.

    Zitat Zitat von wikipedia
    Johann Vierdanck (auch Virdanck, Virdank, Vyrdanck, Feyertagk oder Feyerdank) (getauft am 5. Februar 1605 in Jessen (Elster); beerdigt am 1. April 1646 in Stralsund) war ein deutscher Komponist, Instrumentalist (Violine, Zink) und Organist.
    Neben geistlicher Vokalmusik verfasste er auch zwei Bände mit Instrumentalmusik:
    Erster Theil Newer Pavanen, Gagliarden, Balletten vnd Correnten m. 2 V. u. einem Violon nebenst dem Bc. (Greifswald, 1637)
    Ander Theil darinnen begriffen etliche Capricci, Canzoni vnd Sonaten mit 2. 3. 4. und 5. Instrumenten ohne und mit dem Basso Continuo (Greifswald, 1641)
    Capriccio & Sonata aus dem Andern Theil

    0401 vierdanck.png

  13. Nach oben    #1331
    Avatar von kunibert
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    Gedenktage

    Der zweite Todestag zum 1. April passt gut zum heutigen Karfreitag. Er betrifft Johann Christian Weyrauch (1694-1771), der vor 250 Jahren gestorben ist. Er war Lautenspieler und ein Schüler von Johann Sebastian Bach.

    Unter anderem schrieb er die bekannten Lieder „Maria durch ein Dornwald ging“ und „Oh Heiland reiß die Himmel auf“.

    Hier aber ein Preludium für Laute und Harfe

    0402 weyrauch.png

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  15. Nach oben    #1332

    aus Stadt der Otto's
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    @ kunibert, lieben Dank für deine vielen,tollen Beiträge!
    So langsam fange ich wieder an reinzuhören.

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  17. Nach oben    #1333
    Avatar von kunibert
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    Gedenktage

    Vor 450 Jahren wurde der portugiesische Komponist Filipe de Magalhães (1571-1652) geboren-

    Passend zum heutigen Karsamstag hören wir seine
    Commissa Mea Pavesco

    0403 magahales.png

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  19. Nach oben    #1334
    Avatar von kunibert
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    Neil Young

    @ crazy horse
    In der österreichischen Fernsehzeitschrift "TV-Media" habe ich folgende Notiz gefunden:

    IMG_20210403_0001.jpg

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  21. Nach oben    #1335
    Avatar von kunibert
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    Ostersonntag

    Zum Ostersonntag wieder einmal gregorianische Gesänge. Österliche Gesänge.

    https://www.youtube.com/watch?v=OmOeLbGG19Y

    0404 ostern.png

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  23. Nach oben    #1336
    Avatar von kunibert
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    Anne-Sophie Mutter

    Vor einer Woche habe ich euch das witzige „Verhör“ mit Anne-Sophie Mutter eingespielt. Dort hat sie auch erwähnt, dass sie mit einem Komponisten verheiratet war, der einige Stücke für sie komponiert hat.

    Der Komponist und Ehemann von 2002 bis 2006 heißt André Previn. In seinem Stück
    “The recording of Tango, Song and Dance” erklärt er seine Liebe zu Anne-Sophie Mutter.

    0405 mutter.png

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  25. Nach oben    #1337
    Avatar von Pagurus
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    Zitat Zitat von kunibert Beitrag anzeigen
    Ich war entsetzt. Klassik solle durch „globale und populäre Musik“ ersetzt werden, weil die klassischen Komponisten in einer Zeit gelebt haben, wo von Weißen Sklaverei betrieben wurde? Sippenhaftung?
    ...
    Man kann „politische Korrektheit“ auch übertreiben.
    So, so, kann man das ?

    Ich habe neulich versucht genau diese Thematik aufzugreifen. Es lässt sich subsumieren:

    Kann Kunst unabhängig von der Politik ihrer Zeit betrachtet werden ?

    Gibt es unpolitische Kunst ?


    Zitat Zitat von Pagurus Beitrag anzeigen
    Zum Beispiel Richard Wagner war, wie viele seiner Zeitgenossen auch, ein Antisemit.
    ...Darf man Wagners Musik heute noch spielen ? Kann man Musik losgelöst vom Komponisten betrachten ?
    Leni Riefenstahl war eine begnadete Fotografin und Filmregisseurin. Aber sie hatte das Pech in einer entsetzlichen Zeit zu leben. Ihr Talent hat sie in den Dienst der verblendeten nationalsozialistischen Rassenideologie gestellt.
    Darf ich ihre Bilder heute trotzdem noch schön finden ?

    Der Film Mephisto ist ein Drama von István Szabó aus dem Jahr 1981. Sein Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Klaus Mann. Der Roman zeichnet schwach verhüllt den beruflichen Aufstieg des Theaterschauspielers Gustaf Gründgens in der Zeit des Nationalsozialismus nach. Gegen seine politische Überzeugung klüngelt und verkauft sich Gründgens an die herrschenden Nazis. Einzig und allein aus dem Beweggrund sein Talent, seine überragende Begabung leben zu können und zu dürfen. Seine größten Erfolge in Berlin erzielt Gründgens in der Rolle des Mephisto in Goethes Faust.

    Die unrühmliche Menschheitsgeschichte ist voll von genialen Künstlern, die das Pech hatten zur falschen Zeit am falschen Ort zu leben. Wir, die wir das unverdiente Glück haben seit 75 Jahren in „relativem Frieden“ zu leben, sollten nicht mit dem Finger zeigen.
    Was uns schützt ist einzig und allein „Die Gnade der späten Geburt „ !

    Und weil wir hier in der Abteilung Musik sind (nicht beim Ritter Kunibert ...):

    Dona nobis pacem

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  27. Nach oben    #1338
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    Gedenktage

    Lassen wir auch einmal die Moderne zu Wort kommen. Heute vor 50 Jahren starb Igor Strawinsky (1882-1971).

    Als kleine Hörprobe für seinen Stil hier der Trailer der Berliner Philharmoniker zum Ballett
    Le Sacre du printemps

    0406 strawinsky.png

    In gewissem Sinn auch politische Kunst.
    Zitat Zitat von br-klassik
    Kakophonie. Das Werk eines Wahnsinnigen. Ein von Idioten gemachtes Ding. Solche Schmähungen musste Igor Strawinsky für "Le sacre du printemps" über sich ergehen lassen. Aber wie so oft machen Skandale berühmt. Nach dem Fiasko der Uraufführung des für Serge Diaghilevs Ballets russes komponierten Stücks kennt jeder den Namen Strawinsky, und aus dem einstigen Publikumsschocker wurde bald ein Klassiker der Moderne.

  28. Nach oben    #1339
    Avatar von Pagurus
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    Zitat Zitat von kunibert Beitrag anzeigen
    Lassen wir auch einmal die Moderne zu Wort kommen. Heute vor 50 Jahren starb Igor Strawinsky (1882-1971).
    Als kleine Hörprobe für seinen Stil hier der Trailer der Berliner Philharmoniker zum Ballett
    Le Sacre du printemps
    Schon bei der Uraufführung von „ Le Sacre du printemps“ am 29. Mai 1913 in Paris gab es einen Skandal. Die zahlreichen Dissonanzen und schneidend-scharfen Einwürfe erregten beim Publikum überwiegend Missfallen. Das steigerte sich zu Gelächter und bis zum Tumult.
    Schon nach der Generalprobe sah der Kritiker des L’Écho de Paris, Adolphe Boschot, mögliche Proteste voraus; er sei neugierig, wie das Publikum das Werk aufnehmen werde und vermute, dass es negativ reagieren werde, weil es vielleicht den Eindruck gewinnen könnte, verspottet zu werden. Bei der Uraufführung selbst gab es bereits bei der Eröffnungsmusik Gelächter, vom ersten Ton des sehr hohen Fagottsolos an. Dies verstärkte sich dann zum Tumult, als wenig später die Tänzer mit ekstatischen Stampfbewegungen auftraten. Die Musik war wegen der Tumulte kaum zu hören, am Ende der Veranstaltung registrierte die Polizei 27 Verletzte unter den Zuschauern. Es war der stoischen Ruhe des Dirigenten Pierre Monteux zu verdanken, dass die Aufführung überhaupt zu Ende gespielt werden konnte.
    Für mich stellt sich hier die provokante Frage, wie sehr muß ein Musiker sein saturiertes, versnobtes Publikum hassen, damit er ihm diese „Musik“ zumutet ?
    Gerne würde ich ja behaupten, daß mit J.S.Bach musikalisch bereits alles gesagt wurde. Es ist seinem Werk, nach seiner h-Moll-Messe, nichts mehr hinzu zu fügen.
    Da bleibt ja nur noch die Kakophonie übrig.
    Doch die himmlische Vorsehung meint es gut mit mir und lässt mich noch bis ins biblische Alter dazu lernen.. Denn diese Woche kommt auf SWR2 die Musikstunde:
    Die Dissonanz – eine Sammlung der schönsten Missklänge
    Schon der Titel klingt vielversprechend. Hier eine Sammlung von Zitaten:

    Es klingt hochgradig dissonant. Doch das ist ja gerade das Ziel, durch Dissonanzen „die Ohren“ unabhängiger zu machen und damit den Verstand.
    „Wenn ein Mann niemanden außer sich selbst zu ernähren hat, dann kann er Musik schreiben, die niemand spielen, hören oder kaufen will. Hingegen, wenn er eine feine Frau und feine Kinder hat, wie kann er es dann verantworten, dass seine Kinder an seinen Dissonanzen zugrunde gehen?“
    Aha !
    Die Dissonanz in der Musik gleicht dem Salz in der Suppe, es hängt von der Dosis ab. Fehlt solche Würze gänzlich, schmeckt die Mahlzeit fade, aber zu viel davon kann gar die Gesundheit gefährden !

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  30. Nach oben    #1340
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    Die Oud

    Zitat Zitat von Crazy Horse Beitrag anzeigen
    Irgendwann ist auch Corona am Ende!

    Die unterlegte Musik - Du schriebst, "Oud-Musik" erinnert mich sehr stark an die Musik aus dem Atlas (Marrokko/ Tunesien) und an die, von mir sehr geschätzte, marrokanische Sängerin Nadjat Aatabou - einer Legende aus dem Maghreb ...
    und eine Frauenrechtlerin (?) besser Idol - die hat sich nichts sagen lassen - bis heute!
    Danke für die schönen Beispiele mit Nadjat Aatabou, die du uns ja auch schon vor gut einem Jahr schmackhaft gemacht hast. Begleitet wird sie ja meistens von der Oud, der ich diesen Beitrag widme.

    Die Oud ist ein griffloses Saiteninstrument, das im gesamten arabischen Raum verwendet wird.

    Bei unserem ersten Syrienurlaub fuhren wir dann weiter nach Jordanien. Im Wadi Ram waren wir in einem Wüstencamp untergebracht. Dort lernte ich den Oud-Spieler kennen, der in meinem Video auf der Titelseite prangt. Er fragte mich, ob ich auch einmal die Oud ausprobieren möchte. Meine Gitarrenkünste sind zwar bescheiden, aber ich konnte eine spanische Melodie eindrucksvoll spielen. Aber nicht auf der Oud. Denn die Oud hat keine Griffstege wie die Gitarre, sondern man muss den Ton genau greifen wie bei der Geige. Dadurch kann man natürlich die Töne auch um eine Spur höher oder tiefer anspielen, wie das bei der arabischen Musik notwendig ist.

    Vor sechs Jahren habe ich in der Ruprechtskirche ein Konzert von „Ex Silentio“ fast zur Gänze mitgefilmt. Ein paar Stücke davon habe ich euch schon vorgestellt. Hier noch ein Beispiel mit typisch arabisch/orientalischer Musik, wo die Oud dominiert.

    https://youtu.be/xy9DkGjZTPk

    0407 oud.png

  31. Nach oben    #1341

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    Zitat Zitat von kunibert Beitrag anzeigen
    Die grandiose Geigerin Anne-Sophie Mutter habe ich schon zwei Mal vorgestellt.

    Jetzt habe ich ein witziges Video mit ihr gefunden:
    „Das Verhör“

    0327 das verhör.png
    Erst jetzt gesehen!

    Interessante Anspielung an den bekannten Thriller.
    Die Originalszene war mit Romy Schneider und Michel Serrault.

    https://www.romy-schneider.de/romy-s...lme/das-verhor

  32. Nach oben    #1342
    Avatar von kunibert
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    Karwoche?

    Die Karwoche ist zwar schon vorbei, aber das folgende Video habe ich erst zu spät entdeckt.

    Zitat Zitat von wikipedia
    Tenebrae ist ein 2001 von dem ehemaligen Kings Singer Nigel Short 2001 gegründet und geleitetes, in London ansässiges professionelles Vokalensemble. Mitgründerin war Barbara Pollock. Er wurde nach den Tenebrae-Responsorien, den Messen zur Karwoche, des spanischen Renaissancekomponisten Tomás Luis de Victoria, benannt.
    Hören wir das
    Miserere des italienischen Priesters, Komponisten und Tenorsängers Gregorio Allegri (1582-1652)

    0408 tenebrae.png

  33. Nach oben    #1343
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    Gedenktage

    Heute vor 305 Jahren wurde der österreichische Organist und Komponist Johann Georg Zechner (1716-1778) geboren.

    Aria Solemnus von Johann Georg Zechner

    0409 zechner.png

  34. Nach oben    #1344
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    Gedenktage

    Heute vor 300 Jahren starb der deutsche Komponist Joachim Gerstenbüttel (1647-1721). Von Gerstenbüttel sind mindestens 69 Kantaten bekannt, die sich formal an den geistlichen Konzerten von Heinrich Schütz orientieren und durch eine große Ausdruckskraft auszeichnen.

    Leider findet sich auf youtube kein einziges Video mit seiner Musik, sondern ein paar Videos mit Musik von Telemann. Und das offenbar deshalb, weil im Begleittext zum Video erwähnt wird, dass Telemann 1721 das Angebot annahm, als Nachfolger von Joachim Gerstenbüttel das Amt des Cantor Johannei und Director Musices der Stadt Hamburg zu übernehmen.

    Dazu habe ich eine etwas ausführlichere Info gefunden:
    Zitat Zitat von deutschlandfunk.de
    Mehr als vier Jahrzehnte seines Lebens hat Georg Philipp Telemann in Hamburg gelebt. Der auch international berühmte Komponist der Barockzeit erhielt ein Angebot, Thomaskantor in Leipzig zu werden, überließ die Stelle aber einem gewissen Johann Sebastian Bach. Telemann hat ein gewaltiges Werk hinterlassen. Er durchbrach die Formenwelt des deutschen Barock und bereitete somit den Weg zu einem neuen Horizont: der Klassik.
    Was wäre gewesen, wenn . . . Ja, was wäre gewesen, wenn Georg Philipp Telemann 1722 seine Bewerbung um das Amt des Thomaskantors nicht zurückgezogen hätte? Johann Sebastian Bach wäre dann nicht nach Leipzig gegangen und hätte vielleicht nie seine großen Passionen oder die h-moll-Messe geschrieben.

    Das sind gewiss müßige Spekulationen. Die damalige Öffentlichkeit sah die Sache anders. Für sie war Telemann und nicht sein übrigens guter Freund Bach der Inbegriff des ruhmreichen, attraktiven Komponisten und Musicus. Telemann aus Hamburg galt als Weltgeist, der überall, wo er wirkte, erfolgreich war. Dass er dann 46 Jahre bis zu seinem Tod im Mai 1767 in der Hansestadt blieb, lag daran, dass er dort ideale Arbeitsbedingungen hatte.

    Seine Berufung nach Hamburg beschrieb Telemann später so:

    „Im Jahr 1721 wurde ich, nachdem Herr Joachim Gerstenbüttel seligen Todes verblichen, in Hamburg zum Directore des musikalischen Chors und Cantore des Johannei erwählt, und um Michaelis darauf, nach vorhergegangenem Einladungs-Programmate, mittelst einer Rede, in Musica in Ecclesia, feierlich eingeführet.“

    Telemann wurde Direktor der Kirchenmusik an den fünf Hauptkirchen und hatte selbstverständlich die nicht immer dankbare Verpflichtung, zu jedem erdenklichen Anlass eine Motette, eine Kantate oder ein anderes Werk zu schreiben. Darüber hinaus konnte er sich mit dem Collegium musicum im weltlichen Terrain tummeln. Trotzdem fand er so viel Zeit, dass er zum Aufschwung der Hamburgischen Oper beitragen konnte. Schließlich war es Georg Philipp Telemann, der 1728 die erste deutsche Musikzeitschrift mit dem vielsagenden Titel „Der getreue Musicmeister“ gründete.
    Hier eine dieser Fundstellen, wo der von mir hochgeschätzte Dirigent Nikolaus Harnoncourt (leider schon verstorben) auf der Gambe seine Frau Alica (Geige) begleitet. Eine seltene Kombination.

    Georg Philipp Telemann, Pariser Quartett Nr. 1 G-Dur

    0410 teleman.png

  35. kunibert´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  36. Nach oben    #1345
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    Interessante Instrumente

    Der Pandolfis Consort, den ich euch vor allem mit Konzerten aus der Ruprechtskirche schon öfter vorgestellt habe, hat auf seinem Kanal ein interessantes Instrument vorgestellt: die Viola d’amore

    Zitat Zitat von wikipedia
    Die Viola d’amore ist ein historisches Streichinstrument. Sie ist etwas länger und breiter als die Bratsche, wird beim Spielen aber gleich gehalten. Meist hat sie fünf bis sieben Spielsaiten und etwa genauso viele Resonanzsaiten.
    Die Geigerin Elżbieta Sajka-Bachler, die ich euch vor allem aus der Sala Terrena mehrmals vorgestellt habe, präsentiert das Instrument mit Stücken von Louis-Toussaint Milandre und Antonio Vivaldi.

    https://www.youtube.com/watch?v=L80XoTUzFzY

    0411 viola.png

  37. Nach oben    #1346
    Avatar von kunibert
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    600

    Ein Riff in der Brandung

    Sorry, der heutige Artikel ist etwas umfangreicher geraten:
    Bei einer Quizsendung wurde vor kurzem nach Riff und Lick gefragt und man musste erraten, dass das im Zusammenhang mit Gitarre gebraucht wird. Mir waren diese Begriffe bis dahin unbekannt, daher habe ich gegoogelt:

    Zitat Zitat von wikipedia
    Ein Riff ist in der Musik ein kurzes, melodisch oder rhythmisch prägnantes Motiv, das durch ostinate Wiederholung einer zwei- oder viertaktigen Melodiereihung gekennzeichnet ist und dadurch einen hohen Wiedererkennungswert hat.

    Die Harmonik bietet unterschiedlichste Methoden, um das Klangbild einer Komposition zu optimieren. Riffs sind eine Möglichkeit, durch Wiederholung für Spannung und Wiedererkennungswert zu sorgen. Selbst bei einem Harmoniewechsel bleibt das Riff weitgehend unverändert. Seine häufige Wiederholung wirkt spannungssteigernd und kann die Erinnerungsfähigkeit beim Hörer bis zum Ohrwurm steigern. Zusammen mit der Hookline sorgt er für den Wiedererkennungswert, der für den Erfolg eines Liedes von außerordentlicher Bedeutung ist. Sein Gegenstück im Rhythmus heißt Groove.
    Zitat Zitat von wikipedia
    Das Lick ist eine instrumentale Phrase in der Jazz- und der Rockmusik. Es handelt sich um auf der Gitarre oder dem Bass (oder anderen Melodieinstrumenten) gespielte musikalische „Wörter“ oder „Sätze“ (melodische Patterns), die unter anderem als Vokabular und zum Erlernen der Improvisation Verwendung finden.

    Licks sind kurze Melodielinien, die meist nur einen oder zwei Takte lang sind. Sie sind oft so aufgebaut, dass während des Licks kein Akkordwechsel stattfindet. Dadurch lassen sie sich leicht innerhalb eines Liedes auf andere Akkorde transponieren. So kann die gleiche musikalische Phrase, evtl. entsprechend hoch- oder heruntertransponiert, auch über Akkordwechsel hinweg eingesetzt werden. Unter anderem können Licks auch als „Bausteine“ verwendet werden, um ein Solo zusammenzusetzen.
    Fragt mich jetzt nicht um den Unterschied zwischen den beiden Begriffen. Ich habe mir nicht die Zeit genommen, es genau zu verstehen.

    Als Beispiel für ein Riff wurde in der Sendung
    Smoke on the water von Deep Purple erwähnt

    0412 riff.png

    In der Sendung „Klein gegen groß“ bin ich noch einmal auf diesen Begriff gestoßen.

    Zitat Zitat von daserste.de
    Der zwölfjährige Benno spielt schon seit seiner frühen Kindheit Gitarre und ist überzeugter Musiker. Im Duell gegen Top-Musiker Samu Haber muss er Gitarrenriffs die stumm gespielt werden erkennen und den dazugehörigen Song benennen.
    https://www.youtube.com/watch?v=N79u2zTqJwY

    0412 benno.png

    Übrigens: Das Thema der „La Follia“ ist nach dieser Definition auch ein Riff.
    Hier eine alte Einspielung der Follia von Arcangelo Corelli. Frans Brüggen mit der Flöte und der Organist Gustav Leonhardt am Cembalo.
    http://www.youtube.com/watch?v=aYXr4ThqZV4

    0412 follia.png

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  39. Nach oben    #1347
    Avatar von Pagurus
    334 Beiträge seit 01/2020
    Danke
    118
    Zitat von wikipedia
    Ein Riff ist in der Musik ein kurzes, melodisch oder rhythmisch prägnantes Motiv, das durch ostinate Wiederholung einer zwei- oder viertaktigen Melodiereihung gekennzeichnet ist und dadurch einen hohen Wiedererkennungswert hat.
    Das ist eine sehr freundliche Formulierung: " Wiedererkennungswert". Wenn mir etwas gründlich auf den Zeiger geht, dann sind es endlose, stumpfsinnige Wiederholungen. Ein einfältiges Thema wird auch durch penetrante Wiederholungen nicht interessanter. Ein Beispiel dafür ist tatsächlich "Deep Purple - Smoke On The Water"

    Aber wenn ich schon in Lästerlaune bin. Gestern kam auf dem Sender BR3 das Klavierkonzert Nr. 5 von Beethoven. Bildungsbeflissen wie ich bin, musste ich mir das reinziehen.
    Mein Eindruck war, das Klavier klettert die Tonleiter rauf und wieder runter. Und wieder rauf .... Manchmal unterbrochen vom Dschingda-rassa-bumm des Orchesters. Ich frage mich, was, was um alles in der Welt, will er mir sagen ? Wann kommt er endlich auf den Punkt ?

    Aber dann ab Minute 23 wird es plötzlich wunderschön, gänsehautverdächtig.
    Hör mal ...

    Aber es folgt ein weiteres Allegro ... Für den Herrn Barenboim, den ich sehr schätze, ist es wohl Schwerstarbeit.

    Soweit meine laienhafte Schelte eines alten Meisters.


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